Konjunkturprognose Baugewerbe trotz Einbußen optimistisch

Das Deutsche Baugewerbe blickt trotz witterungsbedingten Einbußen im laufenden Jahr optimistisch in die Zukunft.

Karin Birk

Die Bauwirtschaft blickt zuversichtlich auf 2014 und erwartet ein Umsatzplus von 2,5 Prozent. - © Foto: Halfpoint/Fotolia

"Alle Sparten unseres Verbandes erwarten 2014 eine über dem Niveau des Jahres 2013 liegende Umsatzentwicklung", sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl Heinz Schneider. Insgesamt werde mit einer Steigerung um 2,5 Prozent auf 216 Milliarden Euro gerechnet, fügte er hinzu. Dabei werde die Zahl der Arbeitsplätze bei knapp 2,5 Millionen stabil bleiben.

Für dieses Jahr erwartet die Bundesvereinigung wegen des starken Winters, der andauernden Regenfälle und des Hochwassers in der ersten Jahreshälfte ein Umsatzplus von 0,5 bis 1,0 Prozent. Im Frühjahr hatte der Verband angesichts der guten Zahlen bei den Baugenehmigungen noch mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet.

Kritik an Ausweitung der Sozialleistungen

Noch optimistischer wäre die Branche, wenn sie in der Politik – wie der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes Hans-Hartwig Loewenstein – sagte, "zukunftsgerichtete Weichenstellungen" erkennen würde. Im Mittelpunkt sollten seiner Ansicht nach eine wachstums- und investitionsfördernde Politik und der Einstieg in die Schuldentilgung stehen.

Von einer Ausweitung der Sozialleistungen hält er dagegen wenig. Positiv bewertete er die geplanten höheren Ausgaben für die Infrastruktur. Jetzt komme es nur darauf an, dass auch mittelständische Betriebe davon profitierten, ergänzte er.

Auf dem Wohnungsmarkt sei die Lage trotz 230.000 neuen Wohnungen noch nicht zufriedenstellend. Noch immer fehlten rund 20.000 Wohnungen im Jahr. Nötig seien stärkere Investitionsanreize. Auch für die energetische Gebäudesanierung und den altersgerechten Umbau wünscht sich die Branche mehr Impulse.

Wie die Branchenkenner darlegten, hat im Wohnungsbau die Konjunktur vor allem wegen der starken Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern in Ballungsräumen anzogen. Davon profitieren aber vor allem die Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten. Sie erwarteten ein Umsatzplus von fünf Prozent. Anders dagegen die kleineren Betriebe. Sie gingen von einem Minus von fünf Prozent aus.

Nachfrage nach "Betongold" stützt die Konjunktur

Auch im Wirtschaftsbau und im öffentlichen Bau mache sich ein Anziehen der Konjunktur bemerkbar, so dass insgesamt im Bauhauptgewerbe für den Rest des Jahres mit deutlich mehr Dynamik und einer "schwarzen Null" beim Umsatz gerechnet werde. Im Ausbauhandwerk könnte den Prognosen zufolge sogar ein Plus von einem Prozent erreicht werden.

Für die Baukonjunktur 2014 prognostiziert die Branche nach aktuellem Stand im Bauhauptgewerbe ein Plus von rund drei Prozent. Die Auftragslage sei in allen drei Sparten gut. Die Nachfrage nach "Betongold", die gute Konjunktur sowie höhere Steuereinnahmen untermauerten diese Einschätzung. Auch für das Ausbauhandwerk zeigt sich die Branche zuversichtlich. Hier wird mit einem Umsatzplus von zwei Prozent gerechnet.