Konjunktur Baugewerbe schraubt Prognose nach oben

Die niedrigen Zinsen und die gute wirtschaftliche Lage lassen die Bauwirtschaft weiter boomen. Die Prognosen für das zweite Halbjahr 2018 und für 2019 wurden nun nach oben korrigiert.

Das Baugewerbe hat seine Progrnose für das zweite Halbjahr 2018 nach oben korrigiert. - © bannafarsai - stock.adobe.com

Die Bauwirtschaft hat dank der guten Konjunktur ihre Prognosen für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. „Die Konjunkturlokomotive brummt weiter“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa. Der Verband rechne jetzt mit einem Plus beim Umsatz von 5,5 Prozent auf 120 Milliarden Euro. Zu Beginn des Jahres war er noch von einem Zuwachs von vier Prozent ausgegangen. Auch für 2019 erwartet der Verband ein Plus von fünf bis sechs Prozent. Einen Teil des Umsatzzuwachses führt der Verband auch auf höhere Preise zurück. „Große Renditesprünge“ sieht er nach eigenen Angaben aber weiterhin nicht. Angesichts der großen Nachfrage gelinge es den Unternehmen allerdings besser, ihre Einstandspreise weiterzugeben.

Wohnungsbau beflügelt das Geschäft besonders

Zulegen konnte die Branche vor allem wegen der starken Nachfrage im privaten Wohnungsbau. Sie reist auch im kommenden Jahr nicht ab. So erwartet der Verband bis Jahresende die Fertigstellung von rund 300.000 Wohneinheiten. Im nächsten Jahr könnten es sogar 315.000 sein. Dabei legten Mehrfamilienhäuser mit einem Plus von 12 Prozent auf 138.000 Wohneinheiten besonders stark zu. Unter dem Strich rechnet der Verband im Wohnungsbau 2018 mit einem Umsatzplus von 5,5 Prozent auf 44,1 Milliarden Euro. Auch für 2019 werde ein ähnliches Niveau erwartet.

Die von der Bundesregierung geplante Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau werde den Mehrfamilienbau zunächst stützen, hieß es weiter. Allerdings würden mit der Befristung auf wenige Jahre keine nachhaltigen Rahmenbedingungen gesetzt. Nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung sind Abschreibungen von fünf Prozent im Jahr auf vier Jahre vorgesehen. Dies soll aber nur dann gelten, wenn der Bauantrag in der Zeit von Anfang August 2018 bis Ende 2021 gestellt werde. Der ZDB wirbt deshalb nach wie vor für eine sachgerechte und damit unbefristete Anpassung der AfA von zwei auf drei Prozent.

Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau legen ebenfalls zu

Im Wirtschaftsbau zeigt sich nach den Worten Pakleppas ebenfalls die insgesamt gute wirtschaftliche Lage. So erwartet die Branche angesichts der ausgeprägten Investitionsbereitschaft der Unternehmen nach einer Jahresanfangsprognose von Plus vier Prozent jetzt ein Umsatzplus von sechs Prozent auf 42,6 Milliarden Euro.

Auch im öffentlichen Bau läuft es besser als erwartet. Nach wie vor mache sich hier der Investitionshochlauf bei den Bundesfernstraßen positiv bemerkbar, allerdings würden die Investitionen im kommunalen Hochbau weiterhin nicht umfangreich abgerufen, bemängelt der ZDB. Insgesamt werde bis Jahresende mit einem Umsatzplus von fünf Prozent auf 33,2 Milliarden Euro gerechnet.

Zahl der Beschäftigten steigt

Um die Vielzahl der Bauaufträge abzuarbeiten, wird die Brache auch dieses Jahr weiter Personal aufstocken. Im Jahresdurchschnitt geht der Verband von einem Plus von knapp 23.000 Mitarbeitern auf insgesamt 830.000 Beschäftigte aus. Dies seien fast 120.000 Personen mehr als noch vor zehn Jahren. Um die Nachfrage nach Arbeitskräften decken zu können, stellt die Branche auch vermehrt Fachkräfte aus dem Ausland ein. Damit der Fachkräfteengpass sich nicht noch weiter ausweitet, erwartet der Verband von der Politik deshalb nicht nur eine zügige Umsetzung eines Zuwanderungsgesetzes. Er spricht sich auch für die Wiedereinführung des Meistervorbehaltes für die Gewerke des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerks, des Betonstein- und Terrazzohersteller- und Estrichlegerhandwerks aus.