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Zulassungsvoraussetzung im Handwerk Baugewerbe fordert Meisterbrief für Fliesenleger

Der Meisterbrief für Fliesenleger soll wieder eingeführt werden. Dies fordern der Fachverbandes Fliesen und Naturstein im Zentralverband Deutsches Baugewerbe und die IG Bau. Die Entwicklung seit 2004 habe zu einem erheblichen Qualitätsverlust in der Branche geführt, heißt es in einem aktuellen Schreiben.

"Die Abschaffung der Meisterpflicht im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk wie in vielen anderen Baubereichen (Betonstein - Terrazzo / Estrichleger-Handwerk) war eine Fehlentscheidung mit fatalen Folgen, insbesondere aber einem großen Imageverlust, da die Qualität der Dienstleistung in Verruf geraten ist. Eine fachgerechte und qualitativ hochwertige Handwerksleistung kann nur durch gut ausgebildete Fachkräfte gewährleistet werden."

Mit diesen Worten wandten sich der Vorsitzende des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Karl-Hans Körner, und der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Dietmar Schäfers, in einem gemeinsamen Schreiben an die Generalsekretäre der im Bundestag vertretenen Parteien und forderten gleichzeitig die Wiederaufnahme des Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerks in die Anlage A der Handwerksordnung. 

Mit der Reform der Handwerksordnung 2003/2004 wurde unter anderem im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk die Meisterpflicht aufgehoben. Die Politik erhoffte sich seinerzeit durch die Deregulierung einen Wachstumsschub für das Handwerk und nachhaltig mehr Beschäftigung. Diese positiven Effekte blieben jedoch aus, heißt es in eriner offiziellen Pressemitteilung des ZDB.

Mehr Betriebe, weniger Meister

Zwar stieg nach der Aufhebung der Meisterpflicht die Zahl der Betriebe laut Verband von 12.401 Betriebe in 2004 auf 71.142 Betriebe in 2015 stark an, da sich nunmehr jeder ohne Nachweis einer Qualifikation als Fliesenleger selbständig machen konnte. Dennoch kam es in der Folge zu einem Einbruch der Ausbildungszahlen von 3.029 Auszubildenden im Jahr 2004 auf 2.209 Auszubildenden im Jahr 2015 (-27 Prozent). Gleichzeitig sank die Zahl der Meisterprüfungen in diesem Zeitraum von 423 auf nur noch 114 bestandene Prüfungen (-73 Prozent).

Viele dieser neu gegründeten Betriebe seien Ein-Mann-Betriebe und verdingten sich als Scheinselbstständige auf deutschen Baustellen, heißt es weiter in dem Schreiben. Aufgrund ihrer Dumpingpreise und des damit verbundenen Wettbewerbsdrucks seien viele Arbeitsplätze verloren gegangen und alteingesessene Betriebe vom Markt verschwunden. Um auch nur annähernd Wettbewerbsgleichheit herzustellen, fordern Körner und Schäfers, die soziale Absicherung von Solo-Selbständigen durch Ausweitung der Rentenversicherungspflicht zu verbessern. 

"Eine fachgerechte und qualitativ hochwertige Handwerksleistung kann aber nur durch gut ausgebildete Fachkräfte gewährleistet werden. Nur so kann auch sichergestellt werden, dass Verbraucher für ihr Geld fachgerechte Leistungen erhalten. Ein entsprechendes Angebot von Meisterleistungen und von gut ausgebildeten Fachkräften wird es aber nur nachhaltig geben, wenn wir zur Meisterpflicht im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk zurückkehren." So Körner und Schäfers abschließend.

Meisterfreiheit wird zum Einfallstor für Illegalität

Körner hatte sich bereits im Juni 2016 mit einem ähnlichen Schreiben an die Öffentlichkeit gewandt. Damals merkte er an, dass die Meisterfreiheit im Fliesenlegerhandwerk das Einfallstor für Scheinselbstständigkeit, Illegalität und Schwarzarbeit auf deutschen Baustellen sei. Denn viele Ein-Mann-Betriebe würden sich mit anderen zusammenschließen und tauchen als reguläre Kolonne auf deutschen Baustellen auf und machen dann alles andere, außer Fliesen zu verlegen. "Sie sind damit weitaus günstiger als deutsche Arbeitnehmer, die nach Tariflohn bezahlt werden; sie sind auch günstiger als sog. Werkvertragsarbeitnehmer, die den regulären Mindestlohn am Bau bekommen. Denn Ein-Mann-Betriebe unterliegen eben nicht dem Mindestlohn, und sie müssen auch nur geringe Sozialbeiträge leisten. Ob sie versichert sind, und ob sie von den geringen Stundensätzen die illegalerweise bezahlt werden, leben können, steht auf einem anderen Blatt Papier."

Auch für Verbraucher sei die Abschaffung der Meisterpflicht schädlich gewesen. Da gerade die nicht-deutschen Ein-Mann-Betriebe schnell wieder in ihren Herkunftsländern sind, bleiben die Bauherren auf den Kosten der Beseitigung der Schäden sitzen, die durch die nicht fachgerechte Verlegung von Fliesen entstanden sind, im Schnitt seien es 9.000 Euro pro Schadensfall, erklärte Körner im Juni 2016 . dhz

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Kommentare

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Tronecker

Meisterzwang bringt garnichts, die Gier muß bekämpft werden

Kein Meister legt selbst die Fliesen.... Der Meister kalkuliert, schafft Arbeit an.
Kein Meister lernt den Lehrbuben etwas, das macht der Geselle.... es istunsere Zeit, die ich seit einiger Zeit die G I E R -Zeit nenne. Ausbilden-für was ? Kurzfristig muss der Erfolg sein, wir wissen ja nicht einmal, ob unsere Firma das Ende der Ausbildungszeit erlebt, so sieht es aus. G I E R ist der eigentliche Grund, das fängt bei völlig überbezahlten Standesvertretern ( so nennen die sich ) die vertreten nur ihren Kontostand... es wird nur noch bis übermorgen geplant und nach mir die Sintflut.... Wer will noch ausbilden, wenn der Lehrling im ersten Jahr noch nicht einmal die Baustelle sieht, sondern nur auf der Schulbank rumrutscht... So geht es gerade weiter. So lange jemand nur im Ausland bereits geführte Firma nachweisen muss, braucht man sich ja nicht wundern, daß diese mit unserem Geld in ihrer Heimat in Saus und Braus leben können und der deutsche Geselle in Privatinsolvenz kommt oder Hartz 4 für den Rest des Lebens. ....
Wie wäre es mal, wenn ein Handwerker, der sich selbständig meldet, mal eine Woche sein Handwerk ausführen müsste vor einer Prüfkommission ???
Ist das zu viel verlangt ?
Das ist nach meiner Meinung die einzige und reelle Chance, gute Handwerker arbeiten zu lassen. Ausland heißt noch lange nicht, dass das Pfuscher sind.
Gerade Fliesenleger sind in Portugal zigfach besser als die Preisgekrönten in Deutschland, dort sind viele Gesellen besser im Arbeiten als hiesige Meister, nur zum Beispiel.
Meister kann eh nur machen, wer es sich vor der Selbständigkeit leisten kann, sprich Geld genug hat und theoretisch ganz gut ist. Es gibt aber auch viele Gesellen, die kaum ihren Namen schreiben können, aber ihren Beruf perfekt beherrschen.
Die sollen wieder ausgesperrt werden... genau die Besten müssen weg und die Meister sind was. Wie verdreht ist denn das Denken auch schon im Handwerk geworden. Nur noch Standesvertreter und Meister sind Menschen.
Und von wessen Geld leben die ?
Der Meistertitelpflicht verbessert garnichts. Punkt.

Cem Kilic

Meisterbrief wieder her....

Hallo,
ich bin ebenfalls Selbstständig als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Ich höre einfach zu oft von Kunden, das bei Ebay und Co die Fliesenleger günstiger seien, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Wenn man zum Beispiel einige Monate in Deutschland billig arbeitet und dieses Geld im Ausland ausgibt, ist es sehr viel Geld. Doch unser Standort ist nun mal Deutschland und wir geben unser Geld hier aus mit allen Nebenkosten die dazugehören. Der Fliesenleger hat es nicht einfach und ich denke es geht vielen Gewerken so. Alleine aus diesem Grund sollte schon der Meisterbrief wieder her. Er ist kein Gegner, ganz im Gegenteil, sondern unser Freund.

Tiesler

Selbstständig

Hallo Ich habe einige Jahre als Fliesenleger gearbeitet bei einer sehr guten Firma .Diese wurde aufgrund des Alters von einem anderen übernommen . Ich kann nur sagen das der Meister alles formale macht und Rechnungen schreibt.Die ausgeführten Arbeiten sind auch nur Gesellen.Habe mich daher nach Aufgabe meines Lehrmeisters dazu entschieden nach 1 Jähriger Arbeitspause mich Selbstständig zu machen im Gewerbe Fliesenleger und kann nicht unbedingt grosse Sprünge machen . Aber Allerdings muss Ich auch dazu sagen das öfters mal Anfragen kommen von Arbeitsvermittlern für Arbeitskräfte aus den anderen Ländern mit entsprechender VErmittlerpauschale. Ich denke halt immer schade das ein Deutscher Handwerker nicht mehr geschätzt wird und lieber billig genommen wird . Ich befürworte den Meisterbrief allerdings nur um eine Ausbildung zu Gewährleisten . Auch die Bauträger sind nicht unbedingt auf Ortsansässige Handwerker zu sprechen obwohl die Wissen müssten das die Firmen je nach Ausführung nicht Haftbar gemacht werden können weil SIe meistens nur kurz existieren . Wenn Ich als Subunternehmer tätig werden soll wird meistens erst der gewinn berechnet und dann wird die Variante günstig genommen .Ob man was kann oder nicht macht den Meister nicht aus .Ich habe den Beruf erlernt und würde Sagen mich Fliesenleger nennen zu dürfen .Ich würde nie als Metzger Arbeiten obwohl da viele Fliesen verlegt sind ,andersrum leider schon habe Ich selbst Erfahren müssen und dieser Mensch hat jedem alles Erklärt wie es geht .Da bin Ich mit 3,5 Jahren Ausbildung als Fliesenleger ganz falsch gewesen da Ich den Kunden nichts über Fleisch und Wurst erzählen kann. Unsere Eltern und Grosseltern waren stolz was Sie erschaffen haben und wieder Aufgebaut nur leider wird dies Heute vergessen im Zeitvon Schnell günstig .Bäder werden heute abgebrochen nach 30 Jahren weil nicht Zeitlich passend heute sind es 15 Jahre weil der Fortschritt es will oder vorher weil nicht fachmännisch ausgeführt oder der Zeitdruck da ist.

Frank

Erfahrungen aus der Praxis

Ich wollte Auftrag für Verlegung 120x60 cm Feinsteinzeug Wand mit Mosaiken zu verlegen in zu schneidenden Löchern in den Platten plus 120x30 Boden vergeben. Diverse Fliegerlegermeister (!) haben abgelehnt, wollten mich zu 30x60 cm drängen ohne dass ich überhaupt über Geld gesprochen hatte! Sagen sie haben genug zu tun und verlegen lieber 30x60! Habe dann deutschen Fliesenleger-Unternehmer gefunden der mehrere Polen beschäftigt, da war das kein Problem, und ich sage Euch mal, es sieht hammergeil aus, Fugen 2 mm schmal, alles gerade und winklig und die Duschen wurden auch abgedichtet. Nach diesen Erfahrungen würde ich mich von dem Meistertitel nicht mehr blenden lassen, sorry.

Hamid Sahihi

Meisterbrief wieder für alle Handwerksbetriebe

Warum nur den Meisterbrief für Fliesenleger fordern, fragen wir Architekten uns, und damit stehen wir nicht alleine da. Wir fordern für alle Gewerke des Bauwesens kategorisch wieder den Meisterbrief sowie eine der Handwerkskammer jährlich nachzuweisende fachliche Fortbildung! Was sich da auf dem Markt tummelt und meist wegen ihrer Tiefstpreisangebote beauftragt wird, spottet jeglicher Beschreibung. Und es geht jedesmal auf Kosten der baubetreuenden Architekten, auf deren Rücken die Schadenersatzforderungen aus dem daraus resultierenden Pfusch ausgetragen werden.

Egger-Ledferer Alois

Baugewerbe fordert Meisterbrief?

Da fragt man sich warum wurde das den abgeschafft?Ist hier die Politik schuld?,oder die EU? Und warum haben die Handwerksvertrettungen sich bis jetzt sich nicht dagegen gewehrt???Ging das vielleicht wieder von sogenannten Höher Gebildeten aus die selbst nur linke Hände und wenig Verstand haben???Hat die Erwerbung des Meisterbriefes nicht eine gute Ausbildung und hohe fachliche Anforderungen gestellt und somit auch eine gute Arbeit gewährleistet oder braucht das jetzt Niemand mehr und kommt schon so klug und geschickt auf die Welt??? Tatsache ist die Auswirkung macht sich in der Wirtschaft bemerkbar und nicht im Schein unrealistischer bequemer Meinungen!

A.v. Dorsten

Meister im Fliesenlegerhandwerk

zunächst eine Klarstellung. Die korrekte Bezeichnung ist "Fliesen, Platten-und Mosaiklegerhandwerk". Schon aus der Bezeichnung ist ersichtlich dass der Fachhandwerker (Fliesenleger) in der Lage sein muss alle vorkommenden
Arbeiten fachlich mängelfrei auszuführen. Dazu reicht ein Kurs im Baumarkt und /oderder sog. "Pappendeckelmeister" ,gemeint ist hier der Schnellkurs zum Meister nicht.
Allenfalls sind mit solchen Minimalkenntnissen Fliesen an die Wand zu patschen.
Murkser gibt es überall ob mit oder ohne Meisterbrief.Die Eintragung In die Handwerksrolle als Zulassungsvorraussetzung sollten allerdings nur gelernte Fliesenleger mit mindestens 5-jähriger Berufserfahrung und Gesellenbrief bekommen , auch ohne Meisterbrief !
Übrigens hat sich die eigene Zunft durch Aushebelung von Accordtarifverträgen
, Beschäftigung von Sub,- Sub,- Subunternehmern und Preiskrieg insbesondere
bei öffenlichen Ausschreibungen das eigene Grab geschaufelt. Zur Rettung schreit man nach Regulierung und Meistertitel usw, statt junge Leute gut auszubilden.





Thorsten Arnow

Was für ein Unsinn

Ich bin seit über zehn Jahren selbständiger Fliesenleger. Ich habe eine Gesellenprüfung in diesem Handwerk absolviert und darf mich somit Facharbeiter nennen. Die Gesellenprüfung ist der kleine Befähigungsnachweis, die Meisterprüfung der große. So weit so gut. Aber warum sollte ich Meister werden? Um auszubilden? Nein danke- die verzogenen Bälger heutzutage sind meistens zu nichts zu gebrauchen. Es ist nicht die Aufgabe eines Handwerkers einen Jugendlichen all das zu lehren, was Eltern und Schule nicht vermitteln konnten oder wollten. Ich habe in meiner Laufbahn so einige Meister scheitern sehen, weil sie nicht rechnen und auch nicht kalkulieren können. Scheinbar ersetzt eine bestandene Prüfung keine fehlende Intelligenz.... . Vielleicht sollte sich der Herr damit abfinden, das das (Menschen-) Material immer schlechter wird. Wenn Kunden bei mir anrufen und mich fragen, ob ich ein Angebot für eine komplette Badezimmersanierung von 500,-€ unterbieten kann, lege ich mittlerweile einfach nur noch auf. Das Preisniveau ist unterirdisch geworden und die Leute wollen nur noch billig und billiger. Die haben es dann aber auch verdient, wenn dann irgendein Vollhonk das Badezimmer verhunzt und vielleicht noch einen kapitalen Bauschaden verursacht. Und: Wie soll sich eine Familie mit Kindern und normalem Einkommen eine Qualitätshandwerksleistung denn leisten? Die Leute verdienen einfach viel zu wenig! Ein fachgerecht ausgeführte Fliesenarbeit ist zu einem Luxusartikel für Besserverdienende und gutsituierte Senioren geworden.

Gerald Hofer

Qualität hängt nicht vom Meisterbrief ab!

Die Meisterpflicht ist ein überkommenes Relikt aus dem Mittelund soll nur alte Claims schützen. Das ist eine rein deutsche Veranstaltung, die mit Zwangsmitgliedschaft und hochbezahlten Funktionären erkauft wird.

Wer schlechte Qualität abliefert ist in einem transparenten Markt dank Internet bald erledigt und das hängt nicht vom Meisterbrief ab. Ich bin selbst gelernter Handwerker und kenne daher auch viele Handwerker. Ich halte es für bedenklich, das man mit einem einmal erworbenen Meistertitel ohne Fortbildung dauerhaft tätig sein darf.

Es wäre viel sinnvoller Qualifikationsnachweise auf Zeit auszustellen und diese durch Wiederholungs- und Auffrischungsprüfungen zu ergänzen. So müssen z.B. Lamminierer in der Kunststoffindustrie alle zwei Jahre ihr können Nachweisen. Für einige Schweißprüfungen gilt dies doch auch. Auch bei Ärzten gibt es ein Punktesystem für Weiterbildungen, ohne die man seine Zulassung verliert.

Bitte nicht noch mehr Reglementierung, wer welchen Beruf ausüben darf. Wir brauchen ein durchlässiges System. Wenn sich jemand entscheidet einen neuen Weg in seinem Leben zu gehen, sollte er nur nach seinem können beurteilt werden und nicht danach, ob er vor 30 Jahren einen Meisterbrief gemacht hat.

Es gibt viele Länder in der Welt, die keine Handwerksordnung haben und bei denen Nachweislich weniger Pfusch auf dem Bau oder in der Lebensmittelbranche o.ä. passiert.

J.Stengel

absolut richtiger Ansatz

Ich kann die Argumentation in vollem Umfang bestätigen. Die Tendenzen sind im Estrichlegerhandwerk analog zu verzeichnen. Die Schadensummen sind jedoch weitaus höher! Die Politiker müssen die geordneten Meister-Handwerksbetriebe schützen! Die Entscheidung in 2004 auf politischen Druck der EU war schlicht falsch! Wie so vieles.....Die Verbände müssen nun dagegen aufbegehren! Die negativen Auswirkungen kann man nicht verleugnen!

Michael Jahn

Der Meister wird es nicht richten.

Ich halte es für übertrieben gleich die Meisterpflicht zu fordern. Dann hätte man sie nicht erst abschaffen dürfen. Auf jeden Fall sollte aber eine gewisse Qualifikation vorhanden sein um sich selbstständig machen zu dürfen. Zum Beispiel für die fachliche Qualifkation ein Gesellenbrief und für die betriebswirtschaftliche Qualifikation der technische Fachwirt. Zusätzlich sollten die Lehrpläne im ersten Lehrjahr überarbeitet werden und direkt mit der berufsspeziefischen Bildung begonnen werden.
In meiner Berufsausbildung wurde im 1.LJ weder in der Berufsschule noch im ÜAZ etwas von Fliesenverlegung, Abdichtung, Farblehre oder Gestaltung gelehrt. Kurz um, nichts vom Fliesenleger. Dann reichen die restlichen zwei Jahre nicht um das theoretische Wissen zu erlernen. Im Bereich Betriebswirtschaft wurde sogar, über die 3 Jahre, gar nichts gelehrt.

Wenn die Berufsausbildung optimiert, eine fachliche und betriebswirtschaftliche Qualifikation als Voraussetzung für ein eigenes Gewerbe zur Pflicht wird, dann weiß der Unternehmer und seine Mitarbeiter was sie machen und das Unternehmen wird nicht zum Pfuscher weil es sich verkalkuliert hat oder schlecht ausgebildete Fachleute als Ausführende beschäftigt.

Ich lebe übrigens vom Pfusch der anderen und habe keinen Meistertitel. Ich kann aber nicht sagen, dass mehrheitlich von den Betrieben ohne Meister gefuscht wird.
Die auffälligsten Jahre sind um die Jahrtausendwende und die Ich-AG Jahre. Die hatten alle einen (Haus-)Meister.


Heiko Hottenrott

Dem Artikel kann ich nur zustimmen

Dem Artikel kann ich nur zustimmen ...
Wir werden oft gerufen, weil das Wasser durch die Decke tropft .... es sind aber keine Rohrbrüche, sondern auffällig viele Mängel an den neu gefliesten Bädern zu erkennen - insbesondere die Sperrschicht in Duschbereichen hinter den Fliesen wird eigentlich mittlerweile grundsätzlich von den "Nicht-Meister-Fliesenlegerfirmen" weggelassen!
Selbst direkte Bedenkenanmeldungen an dem Kunden bringen nicht viel ... offensichtlich scheinen diese Firmen extrem Günstig zu sein, das der Kunde quasi Blind wird! Im Grunde muss danach das Bad komplett noch einmal erneuert werden!
Mit der Abschaffung des Meisterzwanges für das Fliesenlegerhandwerk hat man keinem einen Gefallen getan - Weder dem Kunden noch den vielen "Selbstständigen" Gesellen, die auch oft wegen der Mängel in die Privatinsolvenz gehen ....

Jörg Moll

Solo-Selbstständige ?

Qualitätsverluste im Fliesenleger Handwerk kommen auch bei den Meistern vor. Insbesondere dann, wenn der Herr Meister sich als Geschäftsmann betrachtet und nicht als Fliesenleger. Dieser Bericht liest sich ja gerade so, als ob man den Meisterbrief braucht um Qualität als Handwerker zu bringen. Hier werden viele gute Handwerker in ein schlechtes Licht gestellt. Gerade in der Branche der Fliesenleger funktioniert sehr viel über die Mundpropaganda. Ein deutscher Fliesenleger der stets und ständig Pfusch abliefert ist eher früher als später vom Markt verschwunden.

Ein weiterer Aspekt ist die Ausbildungsmisere. 50 Prozent weniger Lehrlinge ist lediglich die Folge dessen, dass die Jugend heute nicht mehr auf den Bau will. Staub, Lärm, Dreck ( und gerade als Fliesenleger ein harter Knochenjob) sowie unterbezahlt bis zum 67 oder 70 Lebensjahr lässt viele Jugendliche einen anderen Beruf erlernen.

Ich will aber nicht nur kritisieren. Es gibt es auch einen anderen Weg, anstatt den Meisterzwang. Hier könnte man das Gewerbe vergeben, wenn der Fliesenleger nachweisen kann, dass er 10 oder 15 Jahre ununterbrochen als Fliesenleger im Angestelltenverhältnis gearbeitet hat. Zumindest sollte dieser Zeitraum ausreichen um eine kundenorientierte Qualität als Fliesenleger abzuliefern.

Seeberger

Meisterpflicht

Durch die Abschaffung der Meisterpflicht ist es genau so gekommen wie Herr Körner es darstellt. Wer zahlt dann einmal die Rente der kleinen 1Mann Betriebe, sie arbeiten meist sehr günstig und können sich gar keine Zusatzleistungen leisten, geschweige denn für eine Rente sich absichern. Das lastet dann alles wieder auf der Schulter aller, aber zuvor die Preise kaputt machen das geht.

Andreras Grundmann

Das war im Vorfeld schon absehbar das es eine falsche Entscheidung war.

Das mit dem Meisterbrief für Fliesenleger ist nur ein Beispiel für viele andere Fehlentscheidungen in unserem Land. Es sind zu viele Personen an wichtigen Stellen eingesetzt die überhaupt nichts von der Praxis verstehen oder kein richtiges Interesse haben. Diese falschen Entscheidungen finden sich in allen Bereichen unserer Politik und Wirtschaft wieder. Auf Menschen mit Weitsicht und klarem Verstand wird leider immer noch nicht gehört. Es muss immer erst alles kaput gehen, dann wird der Kopf eingeschaltet.

Harry Scherer

Kein Meisterzwang für Europäer

Die Überlegung an sich ist nicht schlecht.
Bei genauerem hinsehn ist es aber leider so, das der Meisterzwang seit jeher nur für in Deutsche gill.
Für Europäer die in Ihrem Land unter den jeweiligen Voraussetzungen eine Firma betrieben haben ist es Problemlos möglich sich in Deutschland nieder zu lassen.

Hans Preuß

Meistertitel im Handwerk

Grundsätzlich unterstütze ich die hier vorgetragene Haltung und bin für die Meisterpflicht auch im Fliesenlegerhandwerk.
Ich selbst bin in Maurerhandwerk als Meister tätig und bin seit fast 20 Jahren selbstständig. Zu beobachten ist aber viel mehr, dass die geschilderte Entwicklung in Bauwesen und Handwerk aus meiner Sicht nicht genügend Kontrolle erfährt. Da sind Hausservice oder Hausmeisterkräfte am Markt unterwegs, die bis zur gemauerten Garage alles anbieten und herstellen. An mich herangetreten Kunden beklagen dann die schlechte Qualität, die lange Ausführungszeit und aber viel das Verlangen von Vorkasse.
Stellt sich für mich die Fragen: Warum erhalten Firmen einen Eintrag in der Rolle und können sich ohne Kontrolle frei agieren.
Ich denke, dass die Kammern gerade in meinem Bereich Frankfurt / O nur tätig werden, wenn sie mit solchen Fällen konfrontiert werden.
Hier ist aus meiner Sicht die Stärke der Kammern zu fordern, dass Handwerk in Deutschland als ein qualitatives Markenzeichen erhalten bleibt.