Im April wurden 20.200 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 9,2 Prozent. Nötig wären jedoch monatlich 26.700, um den Bedarf zu decken. Warum der ZDB trotz der guten Zahlen Alarm schlägt – und welche Anreize jetzt fehlen.

Nach Einbrüchen im vergangenen Jahr ist die Zahl der Baugenehmigungen im April weiter gestiegen. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. "Das ist eine gute Nachricht", sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), mit Blick auf die im April genehmigten 20.200 Wohnungen – ein Plus von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gleichwohl reichten die aktuellen Genehmigungszahlen bei Weitem nicht aus. "Vor allem in den Großstädten, wo am dringendsten Wohnungen gebraucht werden, kommt der Neubau nicht voran", warnte er.
Nicht alle genehmigten Wohnungen werden gebaut
Wie Pakleppa weiter sagte, ist es deshalb richtig, dass der Wohnungsbau im Rahmen der Baugesetzbuchnovelle als von überragendem öffentlichem Interesse eingestuft werden soll. Denn um auf den jährlichen Bedarf von 320.000 neuen Wohnungen zu kommen, müssten mindestens 26.700 Wohnungen im Monat genehmigt werden. Auch würden nicht alle genehmigten Wohnungen tatsächlich gebaut, gab er zu bedenken. Der Grund: Hohe Finanzierungskosten verunsicherten immer mehr Investoren und Bauwillige. Allein im vergangenen Jahr seien 35.700 Genehmigungen erloschen – so viele wie seit 2002 nicht mehr.
Pakleppa: Bessere wohnungspolitische Anreize nötig
Damit ausreichend Wohnungen gebaut werden, sind nach Ansicht Pakleppas bessere wohnungspolitische Anreize nötig. Dazu zähle etwa eine EH-55-Förderung, die langfristig gesichert wird. Auch sollte die Sonder-AfA an den EH-55-Standard gekoppelt werden. Darüber hinaus brauche es noch dieses Jahr einen klaren Rechtsrahmen für den Gebäudetyp E, damit günstiger gebaut werden kann. "Die Politik muss den Wohnungsbau endlich zur Chefsache machen", forderte er. Andernfalls verschärfe sich die Wohnungskrise weiter.