Märkte erholen sich nur langsam - Steigende Nachfrage erfolgt zu niedrigeren Preisen Bauernpräsident betont wachsendes Vertrauen der Verbraucher

Zwei Monate nach dem Ausbruch der EHEC-Epidemie setzen Verbraucher nach Angaben des Bauernverbandes wieder Vertrauen in deutsche Agrarprodukte. "Die Märkte erholen sich langsam, bei Gurken und Tomaten besser als bei Salaten", sagte Gerd Sonnleitner am Freitag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin.

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Bauernpräsident betont wachsendes Vertrauen der Verbraucher

Berlin (dapd). Zwei Monate nach dem Ausbruch der EHEC-Epidemie setzen Verbraucher nach Angaben des Bauernverbandes wieder Vertrauen in deutsche Agrarprodukte. "Die Märkte erholen sich langsam, bei Gurken und Tomaten besser als bei Salaten", sagte Gerd Sonnleitner am Freitag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin.

So seien Tomaten im Verkauf fast auf Normalniveau. Gurken hinkten zwar noch hinterher, allerdings sei die Verkaufsmenge von deutschen Gurken wieder auf dem Vorjahresstand, sagte der Bauernpräsident. Bei Salaten liege die verkaufte Menge derzeit aber nur bei 70 Prozent der "normalen Menge". Bei allen drei Produkte erfolge die steigende Nachfrage allerdings zu niedrigeren Preisen, sagte Sonnleitner. So hätten die Preise Mitte Juni bei Kopfsalat um rund 28 Prozent, bei Tomaten um 26 und bei Gurken um 16 Prozent niedriger gelegen als im Vorjahreszeitraum.

Als Konsequenz aus der EHEC-Krise plädierte der Bauernpräsident dafür, künftig müsse über amtliche Warnungen, die keine gesicherte Datengrundlagen hätten, diskutiert werden. "Denn die Gemüsebauern mit Tomaten, Gurken und Salatanbau sind durch die vorzeitige und falsche Verzehrwarnung in ihrer Existenz gefährdet", sagte er. Von der Politik fordert er eine Werbekampagne auf nationaler sowie europäischer Ebene, "um das verloren gegangene Image zu verbessern und den Gemüseverbrauch wieder anzukurbeln".

Sonnleitner kritisierte erneut die von der Europäischen Union beschlossenen Mittel in Höhe von 210 Millionen als Entschädigung für betroffene europäische Bauern als "zu wenig für den angerichteten Schaden". So beliefen sich die Verluste allein für den deutschen Gemüsemarkt auf etwa 75 Millionen Euro.

Darüber hinaus sei keine Entschädigung für Anbauer einiger Salatarten wie Rucola, Feldsalat, Chinakohl, Radiccio und Radies vorgesehen, beklagte er. Aus diesem Grund seien seiner Ansicht nach Nachbesserungen erforderlich. "Wenn es Brüssel nicht macht, sind nationale Ergänzungszahlen notwendig", forderte er.

dapd