Die deutsche Baubranche hat im Mai deutlich mehr Aufträge als ein Jahr zuvor erhalten. Die Nachfrage stieg preisbereinigt um 13,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Baubranche verbucht kräftiges Auftragsplus
Das Plus geht dabei vor allem auf die starke Nachfrage im Hochbau zurück. Die Bestellungen legten um 28,1 Prozent zu, während die Nachfrage im Tiefbau um nur 0,5 Prozent stieg.
Auch auf der Einnahmeseite verzeichnete das Bauhauptgewerbe ein deutliches Plus. Der Gesamtumsatz lag im Mai bei rund 8,4 Milliarden Euro und damit um 19,0 Prozent über Vorjahresniveau. Von Januar bis Ende Mai nahm die Branche 30,3 Milliarden Euro ein, das waren 21,0 Prozent mehr als 2010.
Die guten Auftragszahlen zeigen sich auch in der Konjunkturumfrage des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Die Geschäftslage im Wohnungsbau wird von den Mitgliedsbetrieben am besten beurteilt.
Unbefriedigend bleibe dagegen die Lage im öffentlichen Bau. Der Wirtschaftsbau könne von der positiven konjunkturellen Entwicklung hingegen weiter profitieren. Hier wierde von steigender Nachfrage berichtet.
Fachkräftemangel führt zu Bauverzögerungen
Die Auftragsbestände sind im Hochbau in den alten Ländern nach Angaben des ZDB nicht weiter angestiegen und halten bei 2,6 Monaten (Vormonat 2,7 Monate). Im Tiefbau gab es im Juni eine Steigerung um 0,3 Monate von 1,8 Monate auf 2,1 Monate. In den neuen Ländern hielt das Niveau, im Hochbau bei 3,5 Monaten und im Tiefbau bei 2,2 Monaten.
Die Geräteauslastung liegt im Hochbau in den alten und neuen Ländern wieder bei knapp 70 Prozent. Im Tiefbau erreichen die neuen Länder mit 70 Prozent nicht ganz das Niveau des Vormonats (73 Prozent). In den alten Ländern ist eine Zunahme von 65 Prozent auf 68 Prozent zu verzeichnen.
Die Erwartungen an die Geschäfts- und Auftragsentwicklung sind tendenziell weiter positiv. Rückläufige Entwicklungen werden hier nicht prognostiziert. Auch für die Preisentwicklungen erwarten zunehmend Unternehmen ansteigende Tendenz. Hier spiegele sich der gestiegene Kostendruck bei den Einkaufspreisen für Material und gestiegene Löhnen (seit Mai) wider.
Der Facharbeitermangel bleibt laut den Unternehmern in Ost und West ein Hauptgrund für Baubehinderungen .
dapd/rh