Bauwirtschaft Bau- und Ausbauhandwerk verhalten optimistisch

Das Deutsche Bau- und Ausbauhandwerk rechnet für dieses und das kommende Jahr mit einem leichten Umsatzwachstum. „Wir blicken einigermaßen zuversichtlich nach vorne“, sagte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, in Berlin. Von Karin Birk, Berlin

Bau- und Ausbauhandwerk verhalten optimistisch

Diese gelte vor allem für den gewerblichen und den öffentlichen Bau. Im Wohnungsbau sehe es allerdings nicht so gut aus, da vor allem im Wohnungsneubau „massive Verschlechterungen“ zu befürchten seien. Unternehmen mit einem Schwerpunkt im Wohnungsneubau seien deshalb wesentlich pessimistischer. Ingesamt erwartet die Bundesvereinigung Bauwirtschaft für 2007 ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 176,3 Milliarden Euro und für 2008 von 2,1 Prozent auf 180,0 Milliarden Euro.

Wie Schneider weiter sagte, haben die Bauinvestitionen in den ersten neun Monaten 2007 real um 4,1 Prozent zugelegt. Die Bauinvestitionen im gewerblichen Bau hätten in den ersten drei Quartalen dagegen um 6,5 Prozent und im volumenschwächsten Sektor, dem öffentlichen Bau, um 7,1 Prozent zugelegt.

Wohnungsbau mit Problemen

Allerdings sei der Wohnungsbau zum „Bremsklotz der Baukonjunktur“ geworden. Hier liege der Zuwachs nur bei 2,3 Prozent und auch die Auftragsbestände in den ersten drei Quartalen seien fast zehn Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Aufgrund der rückläufigen Baugenehmigungen in diesem Jahr sei 2008 im Bauhauptgewerbe deshalb im Wohnungsbau mit einem Umsatzrückgang von 9,5 Prozent zu rechnen.

Als unverändert angespannt bezeichnete die Bundesvereinigung die Gewinnsituation. „Die Ertragslage hat sich nicht verbessert“, sagte Geschäftsführer Karl Robl. Und auch für 2008 sehe es nicht viel besser aus. Als Grund nannten Robl und Schneider die gestiegenen Preise für Baumaterialien und für Energie. Bei der Beschäftigung erwartet die Bundesvereinigung einen Zuwachs in diesem Jahr um ein Prozent auf 2,715 Millionen und 2008 um 0,6 Prozent auf 2,730 Millionen Mitarbeiter.

Impulse für das mittelständisch geprägte Bau- und Ausbaugewerbe erwartet die Bundesvereinigung von den jüngst beschlossenen Klimaschutzprogrammen der Bundesregierung. Viele potentielle Bauherren und Sanierer hätten die Beschlüsse und die möglichen Förderprogramme abgewartet, sagte Robl. Er hoffe, dass sich dieser „Attentissmus“ jetzt auflöse.

Positiv bewertet die Bundesvereinigung auch den Beschluss der Bundesregierung, Wohneigentum in die Riester-Vorsorge integrieren zu wollen. „Dies wird sich allerdings erst mittelfristig bis langfristig bemerkbar machen“, sagte Schneider. Noch liefen die Riesterverträge nicht lang genug, um auf genügend Kapital zurückgreifen zu können. Unzufrieden zeigte sich Schneider allerdings darüber, dass das in den Koalitionsvereinbarungen versprochene Forderungssicherungsgesetz noch immer nicht in die Tat umgesetzt sei und immer wieder in der Schublade verschwinde. Dies gefährde nicht zuletzt Existenzen im Handwerk.

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft vertritt die Interessen von 300.000 Betrieben mit 2,7 Millionen Beschäftigten.