Eigenkapitalvorschriften der Banken Basel III: Keine Panik, Mittelstand!

"Basel III" hat nach jahrelangen Verhandlungen ein gutes Ende gefunden. Für Mittelstand und Handwerk gibt es nun Ausnahmen innerhalb der neuen Bankenregeln. Im Hintergrund haben die richtigen Organisationen die Fäden gezogen.

Sparkassen und Geno-Banken befürchten keine Verteuerung der Kredite für Mittelständler infolge von Basel III mehr. - © Foto: Pulwey/Fotolia

Handwerk und Mittelstand können in Brüssel einen Erfolg verbuchen. Nach jahrelangen intensiven Gesprächen fürchten die führenden Handwerksorganisationen nun nicht mehr, dass die neuen EU-Eigenkapitalregeln für Banken ("Basel III") negative Folgen für die mittelständischen Betriebe haben könnten. Die neuen Eigenkapitalregeln sollen von 2014 an eingeführt werden.

Handwerk und Mittelstand hatten lange Zeit befürchtet, dass durch die Verschärfung der Vorschriften die Zinsen für Mittelständler steigen würden. In dem neuen Regelwerk heißt es nun aber, dass für Mittelstandskredite kein höheres Eigenkapital vorgehalten werden müsse.

Der Kompromiss im Einzelnen:

  • Mittelstandskredite werden wie bisher bei der Eigenkapitalunterlegung nur mit 75 Prozent gewichtet.
  • Kredite bis 1,5 Millionen Euro gelten künftig als Mittelstandskredite. Bisher waren es nur eine Million Euro.
  • Die Ausnahmen gelten für Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 50 Millionen Euro.
Erhard Gschrey, Vize-Vorstandschef des Genossenschaftsverbands Bayern, freut sich über den Erfolg. "Durch die gelungene Neuregelung wird diffenziert: Nur da, wo die Ursachen der letzten Finanzkrise liegen, werden die Vorschriften härter. Von der Mittelstandsfinanzierung lassen die Regulierer die Finger", sagt Gschrey. Dafür habe man lange gekämpft.

Ziel von "Basel III" ist es, Finanzmarktkrisen in der Zukunft zu verhindern. Banken sollen deshalb mehr "hartes Kernkapital" vorhalten, um nicht pleitezugehen. bur