Am 6. Dezember ist der Feiertag des heiligen Nikolaus. Tausende von Gläubigen pilgern an diesem Tag ins apulische Bari. Hier sind die Gebeine des Heiligen der Kinder zu sehen. Rudolf Baier hat die Grabstätte besucht.
Bari: Zu Besuch beim heiligen Nikolaus
Am 6. Dezember geht’s rund in der süditalienischen Hafenstadt Bari. Von wegen Nordpol, hier ist der beliebte Volksheilige zuhause. Tausende von Gläubigen werden wie jedes Jahr dem einstigen Bischof von Myra ihre Aufwartung machen, unter ihnen zahlreiche Russen. Denn Nikolaus ist der Nationalheilige der Russen.
Wie er allerdings in die Hauptstadt Apuliens gelangte, ist schon eine rechte Räuberpistole: Baresische Seeleute raubten im Jahre 1087 die Gebeine des Heiligen aus dem kleinasiatischen Myra und überführten sie in ihre Heimatstadt. Sie taten dies auch mit der Rechtfertigung, den Heiligen vor den Seldschuken zu retten. In Bari wurde für die Reliquien des Heiligen der Kinder, dem Patron der Gefangenen und Schutzheiligen guter Ehen eine der großartigsten Kirchen Apuliens erbaut. San Nicola, im Jahre des Gebeinraubes begonnen, wurde erst 1189 fertig gestellt.
Die Krypta mit dem Grab des Heiligen erinnert mit seiner orthodoxen ikonostasen-geschmückten Kapelle und den typisch orthodoxen Lampen an die Herkunft des Heiligen. Spätnachmittags werden hier auch regelmäßig orthodoxe Feiern abgehalten. Eine kurze Säule aus Myra, die den heiligen auf wundersame Weise übers Meer begleitet haben soll, musste vor allzu frommen Pilgern durch ein Gitter geschützt werden.
Bari ist natürlich nicht nur wegen San Nicola und am Nikolaustag eine Reise wert, es hat, wie die gesamte Provinz Apulien viele weitere Schätze architektonischer, landschaftlicher und kulinarischer Art, zu bieten.
Informationen für eine Reise nach Apulien: Bari ist günstig zu erreichen mit TuiFly zum Beispiel von Frankfurt, Stuttgart und München. Pilger- und Studienreisen nach Apulien bietet zum Beispiel das Bayerische Pilgerbüro unter pilgerreisen.de .
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