Bankkunden müssen von Anlageberatern auf versteckte Provisionen zugunsten der Bank hingewiesen zu werden. Diese Pflicht gilt ab 1. August, wie der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden hat.

Ab 1. August müssen Banken ihre Kunden über versteckte Provisionen aufklären. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Erst eine solche Offenlegung könne einen Kunden in die Lage versetzen, das Interesse der Bank einzuschätzen und zu beurteilen, ob das Investment nur im Hinblick auf die Provision empfohlen wurde, urteilte der BGH.
BGH gibt klare Linie vor
Wenn versteckte Provisionen künftig klar ausgewiesen werden, habe das einen klaren Vorteil für Verbraucher: "Sie können dann erkennen, was eine Finanzberatung kostet", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Der BGH habe endlich eine klare Linie vorgegeben, "denn Provisionen lösen in der Finanzberatung stets Interessenkonflikte aus, und die sind offenzulegen, wenn die Bank Haftungsrisiken vermeiden möchte", so Nauhauser.
Konkret nachfragen
"Fragen Sie also ganz konkret nach den Provisionen oder sonstigen Zuwendungen, welche die Bank erhält", rät der Finanzexperte. Vor allem dann, wenn es Unterschiede bei den Provisionen gibt. "Welche Gegenleistung bekommen Sie für eine höhere Provision?", fragt Nauhauser. "Kümmert sich der Berater dann mehr um einen? Und falls das Produkt als besser beworben wird, warum sollte es besser sein?" Er rät, die Aussagen des Beraters zu notieren, weil diese auch dann noch durch Verkaufsinteressen beeinflusst werden, wenn Provisionen offengelegt werden.
Darüber hinaus sollte nicht nur über einmalige, sondern auch über künftige Provisionszahlungen aufgeklärt werden. "Lassen Sie sich nicht mit Verweisen aufs Kleingedruckte abspeisen", betont Nauhauser, "fordern Sie ganz konkrete Angaben, am besten in Euro statt in Prozent."
Bei allen Versicherungsabschlüssen nachfragen
Nauhauser rät zudem, bei allen Versicherungsabschlüssen nach der Provision zu fragen: "Ein vertrauenswürdiger Versicherungsberater wird darüber offen sprechen." dpa/meh