Die Deutsche Bahn prüft einen Rückzug aus dem Luftfrachtverkehr innerhalb der USA. Eine entsprechende Meldung der "Financial Times Deutschland" relativierte die Bahn-Logistiktochter Schenker am Dienstag.
Bahn-Logistiktochter Schenker prüft Rückzug aus dem Luftfrachtverkehr in Amerika
Berlin (dapd). Die Deutsche Bahn prüft einen Rückzug aus dem Luftfrachtverkehr innerhalb der USA. Eine entsprechende Meldung der "Financial Times Deutschland" relativierte die Bahn-Logistiktochter Schenker am Dienstag. "Mit mehr als drei Milliarden US-Dollar Umsatz und mehr als 10.000 Beschäftigten an über 200 Standorten wird DB Schenker ein bedeutender Player in ganz Amerika und den Vereinigten Staaten bleiben", versicherte ein Sprecher von DB Schenker.
Als Begründung führte der Konzern die gestiegenen Kerosinpreise und die Wirtschaftskrise an. Betroffen seien lediglich etwa zehn Prozent des Umsatzvolumens. Die interkontinentalen Luft- und Seefrachtaktivitäten würden ebenso beibehalten wie die Kontraktlogistik sowie die Lkw-Verkehre in den USA, Kanada und Mexiko. In allen diesen Feldern wolle DB Schenker zweistellig wachsen.
Mitte Juli solle die Schenker-Führung einen Bericht zur Lage in den USA vorlegen, hieß es in der "FTD". Der Präsident der US-Tochter Schenker Inc., Heiner Murmann, erklärte: "Wir suchen nach Wegen, diesen Teil unseres Geschäfts den neuen Marktbedingungen anzupassen." Der beste Weg werde innerhalb der nächsten zwei Monate festgelegt.
Mit Bax in die USA gekommen
Die Bahn AG war 2006 mit dem Kauf des US-Logistikkonzerns Bax Global auf den nordamerikanischen Inlandsmarkt gekommen. Die nationalen Verkehrsaufgaben dort, die von Konzernen wie Fedex oder UPS beherrscht werden, standen seitdem immer wieder zur Debatte. Laut "FTD" fuhr das nationale Geschäft zuletzt einen Verlust in niedriger zweistelliger Millionenhöhe ein. Seit der Bax-Übernahme war es nur 2007 und 2008 profitabel. Die Bahn hatte Bax vor allem wegen des globalen Luft- und Seefrachtnetzes gekauft. Dieses interkontinentale Geschäft stehe nicht zur Disposition, erklärte Schenker ausdrücklich.
dapd
