Negativ-Trend verlangsamt Bäcker steigern Umsatz – und verlieren weiter Betriebe

Der Branchenumsatz und die Zahl der Neugründungen sind 2025 gestiegen. Allerdings machen den Betrieben hohe Energie- und Lohnkosten und viel Bürokratie zu schaffen.

Das deutsche Bäckerhandwerk verzeichnet die höchste Zahl an Neugründungen seit sechs Jahren und legt beim Umsatz um 1,3 Prozent zu. - © industrieblicks - stock.adobe.com

Die Handwerksbäckereien konnten im vergangenen Jahr den Umsatz um 1,3 Prozent auf 18,14 Milliarden Euro steigern. "Die Zahlen zeigen, dass unser Handwerk nach wie vor leistungsfähig und widerstandsfähig ist", sagte Roland Ermer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. Besonders erfreulich sei die Zahl von 448 Neugründungen – so viele wie seit 2018 nicht mehr. Gleichzeitig habe aber die Gesamtzahl der Bäckereien um 2,8 Prozent auf rund 8.660 abgenommen. Auch die Zahl der Beschäftigten sei um 1,4 Prozent auf 232.000 zurückgegangen.

Verband: Betriebe kämpfen mit hohen Kosten und Bürokratie

Der Strukturwandel in der Branche setzt sich damit fort, wenn auch etwas langsamer. "Dass sich der Rückgang verlangsamt hat, ist positiv. Von einer Entwarnung kann aber keine Rede sein", betonte Ermer. "Viele Betriebe arbeiten am Limit und kämpfen täglich mit gestiegenen Kosten und nach wie vor wachsender Bürokratie", sagte er mit Blick auf höhere Energie- und Kraftstoffpreise sowie steigende Lohn- und Lohnnebenkosten.

Ermer: Beschränkungen beim Sonntagsbacken aufheben

Von der Politik fordert Ermer bessere Rahmenbedingungen: "Fairer Wettbewerb braucht deutlich weniger Regulierung für kleine und mittelständische Handwerksbetriebe." Sie dürften nicht mit den gleichen Vorgaben belastet werden wie die Backwarenindustrie, die ihre Produkte über Supermärkte vertreibe. Eine zentrale Forderung des Verbandes ist die Aufhebung der Beschränkung der Sonntagsarbeit. "Wer frische Backwaren am Sonntag und Montagmorgen anbieten soll, muss sie auch herstellen dürfen. Die Drei-Stunden-Grenze beim Sonntagsbacken gehört abgeschafft", erklärte Ermer.