Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks Bäcker machen Front gegen europäische „Geschmackspolizei“

Die deutschen Bäcker fürchten um den Geschmack ihrer Brote, sollten Planungen der EU zur Reduzierung des Salzgehaltes umgesetzt werden. Das Bäckerhandwerk drängt die Bundesregierung dazu, die Geschmacksvereinheitlichung zu verhindern.

Foto: Bäckerhandwerk

Bäcker machen Front gegen europäische „Geschmackspolizei“

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks fordert die Bundesregierung auf, sich bei der EU dafür einzusetzen, dass die bis Anfang 2009 zu erstellenden Nährwertprofile nicht zu einer europaweiten Geschmacksvereinheitlichung führen. Es dürfe nicht zu Diskriminierungen zu Lasten der traditionellen deutschen Brot- und Backwarenherstellung kommen.

Laut Verband sieht der EU-Entwurf für die Nährwertprofile bei Brot einen Gehalt von einem Prozent Kochsalz bezogen auf das Endprodukt vor. Als Faustformel für die handwerkliche Brotherstellung gelte aber ein Salzanteil von 1,5 Prozent Salz im Endprodukt.

Verbandspräsident Peter Becker sagte, die Pläne der EU zur Reduzierung des Salzkonsums sei eine Verbraucherschutzpolitik, die einem „Vernichtungsfeldzug gegenüber der traditionellen Lebensmittelproduktion in Deutschland und Europa“ gleichkomme. Den Unternehmen der Branche und deren Kunden werde dies nicht vermittelbar sein. Gerade bei der Salzproblematik zeige sich die ganze Fragwürdigkeit von Nährwertprofilen, die klammheimlich zur Rechtsgrundlage für eine „europäische Geschmackspolizei“ missbraucht würden.

Unter Nährwertprofilen versteht man die Anforderungen an den Nährstoffgehalt eines Lebensmittels, das mit gesundheits- und nährwertbezogenen Angaben (Health Claims) wirbt. Diese Nährwertprofile sollen am 19. Januar 2009 von der EU-Kommission verabschiedet werden.

ddp