Bäcker leiden unter höheren Kosten

Preisanstieg bei Backwaren. Nachwuchssuche immer schwieriger

Von Karin Birk

Die Bäcker und andere Lebensmitelhandwerke machen gemeinsame Sache und gründen die Allianz "Das Deutsche Lebensmittelhandwerk". - © ZV Bäckerhandwerk

Bäcker leiden unter höheren Kosten

Viele Bäckereien werden angesichts höherer Kosten noch in diesem Jahr ihre Preise erhöhen müssen. „Wir rechnen damit, dass es zu moderaten Preiserhöhungen kommen wird“, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Peter Becker. Ob und in welcher Höhe entscheide jeder Betrieb für sich. Er selbst werde seine Preise wohl um zwei bis drei Prozent erhöhen. Als Grund nannte Becker vor allem die erhöhten Personalkosten sowie die gestiegenen Rohstoffpreise. Allein die Weizenpreise hätten in den vergangenen sechs Monaten um 90 Prozent zugelegt.

Zu schaffen machen den knapp 15.000 im Verband organisierten Betrieben auch die höheren Energie-, Entsorgungs- und Logistikkosten. Hinzu käme der geplante Abbau der Vergünstigungen bei der Ökosteuer. „Für kleinere Betriebe mit einem Umsatz bis zu 500.000 Euro könne dies durchaus zu Mehrkosten von rund 3.000 Euro im Jahr führen“, warnte Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Verbandes.

Auch die Nachwuchssuche gestaltet sich zunehmend schwieriger: „Aktuell fehlen circa 450 Lehrlinge“, sagte Becker. Allerdings wolle der Verband diesem Trend, den Becker vor allem auf geburtenschwache Jahrgänge und nicht ausbildungsfähige Jugendliche zurückführt, mit verschiedenen Maßnahmen begegnen. So habe man nicht nur die Ausbildungsvergütung um sechs Prozent angehoben sowie in Ost- und Westdeutschland angeglichen, der Verband werbe auch verstärkt für die Ausbildung. Nicht zuletzt wolle man mit einer Initiative zur Bäckerwalz mehr Jugendliche für den Beruf und seine Perspektiven begeistern.

Für das Gesamtjahr 2010 rechnet Becker mit einem leicht erhöhten Gesamtumsatz von 13 Milliarden Euro. Allerdings werde die Zahl der Betriebe aller Voraussicht nach wie im vergangenen Jahr um 300 sinken. 2009 hatten knapp 15.000 Betriebe mit 45.000 Verkaufsstellen und 291.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 12,86 Milliarden Euro erwirtschaftet.www.baeckerhandwerk.de

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