"Wir brauchen in den kommenden Jahren in Baden-Württemberg rund 100 neue Windanlagen pro Jahr" Baden-Württemberg will Windkraft stärker fördern

Die grün-rote Regierung in Baden-Württemberg will Windenergie stärker fördern. "Wir brauchen in den kommenden Jahren in Baden-Württemberg rund 100 neue Windanlagen pro Jahr", sagte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller (Grüne) der "Wirtschaftswoche" laut einem Vorabbericht vom Samstag.

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Baden-Württemberg will Windkraft stärker fördern

Düsseldorf (dapd-bwb). Die grün-rote Regierung in Baden-Württemberg will Windenergie stärker fördern. "Wir brauchen in den kommenden Jahren in Baden-Württemberg rund 100 neue Windanlagen pro Jahr", sagte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller (Grüne) der "Wirtschaftswoche" laut einem Vorabbericht vom Samstag.

2010 seien ganze acht neue Anlagen entstanden - im kleineren Rheinland-Pfalz aber 65. Untersteller will künftig auch auf sogenannte Bürgerwindräder setzen. "Unser Ziel ist, dass sich Kommunen, Einzelpersonen oder Vereine an Windkraftanlagen vor Ort beteiligen."

Widerstände von Bürgern gegen neue Anlagen will er im Dialog lösen und notfalls auch Kompensationszahlungen leisten. "Zur Energiewende gehören neue Standorte, Netze und Stromspeicher", sagte er. "Die Bürger dürfen keinen ökonomischen Schaden erleiden." Wenn etwa der Grundstückswert wegen neuer Stromtrassen vor der Tür sinke, sollte es eine finanzielle Entschädigung geben.

Bislang schließe das Landesplanungsgesetz "auf mehr als 99 Prozent der Fläche Windräder aus". Bis zur Sommerpause werde eine interministerielle Arbeitsgruppe einen Gesetzentwurf vorlegen, der den Bau von Windkraftanlagen erleichtert, kündigte Untersteller an.

Die Zustimmung seines Landes zu den Atomausstiegsgesetzen der Bundesregierung ist indes noch nicht sicher. "Was auf dem Tisch liegt, geht in die richtige Richtung, aber es sind noch Nachbesserungen nötig", sagte Untersteller. "Es kann nicht sein, dass wir Offshore-Windanlagen auf dem Meer zulasten von Windrädern auf dem Land fördern. Das würde vor allem Baden-Württemberg und Bayern treffen."

dapd