Wichtigste Aufgaben voraussichtlich bis 2020 beendet Bad Schlema und Wismut feiern 20 Jahre Uranbergbausanierung

Die Gemeinde Bad Schlema und die Wismut GmbH haben das 20-jährige Bestehen des Uranbergbau-Sanierungsunternehmens gefeiert. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte am Samstag auf einer Festveranstaltung in Bad Schlema, die Bergbausanierer hätten sich einige Denkmale gesetzt.

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Bad Schlema und Wismut feiern 20 Jahre Uranbergbausanierung

Bad Schlema (dapd-lsc). Die Gemeinde Bad Schlema und die Wismut GmbH haben das 20-jährige Bestehen des Uranbergbau-Sanierungsunternehmens gefeiert. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte am Samstag auf einer Festveranstaltung in Bad Schlema, die Bergbausanierer hätten sich einige Denkmale gesetzt.

Mit dem Erbe der "alten" Wismut habe Schlema eigentlich keine Perspektive gehabt. Dass der Ort innerhalb kurzer Zeit den Bad-Titel wieder erlangt und auf einer Halde einen sicheren Golfplatz gebaut habe, sei vermutlich weltweit einmalig. Der Erfolg der Wismut GmbH bestehe darin, dass ihr Know-how heute weltweit gefragt sei, sagte Tillich.

Viele frühere Kumpel dabei

Zahlreiche ehemalige Wismut-Kumpel aus Sachsen und Thüringen informierten sich unter anderen über die Sanierung der Halden im ehemaligen Uranerzbergbaugebiet und besichtigten das Museum Uranbergbau, die Lagerstättensammlung der Wismut und das Besucherbergwerk. Die Jubiläumsgäste gedachten auch der Opfer des schwersten Unglücks bei der SDAG Wismut. 1955 waren in Schlema 33 Bergleute ums Leben gekommen.

Für die Gemeinde ist das unter dem Motto "20 Jahre Jahre Wismut GmbH - Neue Perspektiven für Mensch und Umwelt" begangene Jubiläum zugleich der 15. Bergmannstag in der "Neuzeit", anknüpfend an den DDR-Ehrentag der Bergleute immer am ersten Juli-Wochenende. Bergbau gab es in diesem Teil des Erzgebirges schon vor 550 Jahren. In Bad Schlema wird hauptsächlich die Wismut-Tradition aus den Jahren 1946 bis 1990 gepflegt. Sie hat laut Bürgermeister Jens Müller (parteilos) den Ort und die Menschen geprägt.

Kurort blüht wieder auf

Schlema-Alberoda war bis 1990 das größte Erzrevier der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut in Sachsen. Das früher blühende Radiumbad Oberschlema fiel dem Bergbau zum Opfer. Seit 2004 ist Bad Schlema wieder staatlich anerkannter Kurort. Neben der vom Bund getragenen Sanierung der Uranbergbau-Hinterlassenschaften flossen laut Müller rund 15 Millionen Euro Fördermittel in die Umgestaltung des Ortes.

Seit ihrer Gründung 1991 hat die Wismut GmbH 5,4 Milliarden Euro für die Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranbergbaus in Sachsen und Thüringen ausgegeben. Nach derzeitigem Stand werden insgesamt 7,1 Milliarden Euro notwendig sein. Während die wichtigsten Aufgaben etwa im Jahr 2020 beendet sein sollen, werden sich Wasserreinigung, Umweltüberwachung oder Kontrolle der sanierten Flächen über einen unbestimmbaren Zeitraum hinziehen.

dapd