Die Bundesagentur für Arbeit (BA) fordert im Kampf gegen den Fachkräftemangel eine gesteuerte Einwanderung ausländischer Spitzenkräfte.
BA fordert gesteuerte Einwanderung ausländischer Spitzenkräfte
BA-Vorstandschef von Frank-Jürgen Weise sagte der "Süddeutschen Zeitung", er halte die Forderung der Union für unrealistisch, entsprechendes Personal in erster Linie unter deutschen Langzeitarbeitslosen zu rekrutieren. "Fachkräfte für sehr qualifizierte Jobs sind aus dieser Gruppe kaum zu gewinnen", sagte er. "Wir brauchen eine gesteuerte Zuwanderung, etwa mit Hilfe eines Punktesystems wie in Kanada." Ähnliche Forderungen erhebt auch die FDP.
Weise mahnte, man dürfe die Wirkung einen solchen Systems nicht überschätzen. "Warum sollte jemand, der richtig gut qualifiziert ist, ausgerechnet zu uns kommen?", frage er. "Viele Firmen sind im Ausland aktiv und bieten dort auch interessante Jobs an."
Zugleich beklagte Weise, nach wie vor hingen zu viele Hartz-IV-Empfänger am staatlichen Tropf. "Das Fördern und Fordern klappt in der Tat noch nicht optimal", sagte der BA-Chef. Am schwersten tue man sich mit Jugendlichen, die in ihren Familien keine Sprachkenntnisse, keine Unterstützung und keine Anleitung bekommen. "Da ist unser Niveau nicht zufriedenstellend", räumte Weise ein. "Da sind welche dabei, für die sehr, sehr viel Mühe notwendig sein wird." Weise forderte ein früheres Eingreifen. Spätestens in der Schule müsse man verhindern, dass es überhaupt so weit kommt.
dapd