Ob Dachdecker, Fleischer oder Bürokaufmann – die Vielfalt der Ausbildungsberufe im Handwerk ist groß. Ein Wahlkriterium für angehende Auzubildende sind die Ausbildungsvergütungen. Wo Azubis am besten verdienen können.
Steffen Guthardt

Angehenden Auszubildenden im Handwerk bietet sich eine ganze Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten. Die Ausbildungsinhalte von Bäckern, Kfz-Mechatronikern oder Dachdeckern sind völlig verschieden. An erster Stelle bei der Entscheidung sollten deshalb immer die persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten stehen.
Wer keine besonderen Präferenzen für einen bestimmten Beruf hat, wird womöglich die Ausbildungsvergütung in seine Entscheidung einbeziehen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung gibt jährlich einen Überblick zu den tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerk.
Vergütung variiert nach Region und Geschlecht
Die Höhe der Vergütung ist dabei von der Region abhängig. In Westdeutschland betrug der Vergütungsdurchschnitt im Handwerk im vergangenen Jahr 697 Euro. Im Osten sind die Gehälter mit 600 Euro im Schnitt deutlich niedriger - auch wenn manche Branchen inzwischen bundesweit den gleichen Lohn zahlen.
Unterschiede in der Vergütungshöhe sind auch zwischen männlichen und weiblichen Auszubildenden festzustellen. In Westdeutschland betrugen 2015 die durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen für junge Männer 844 Euro pro Monat und für junge Frauen 811 Euro. In Ostdeutschland kamen männliche Auszubildende auf 786 Euro und weibliche auf 736 Euro.
Die abweichenden Vergütungsdurchschnitte resultierten ausschließlich aus der unterschiedlichen Verteilung von jungen Männern und Frauen auf die Ausbildungsberufe. In Berufen, in denen fast ausschließlich junge Männer ausgebildet wurden, waren teilweise sehr hohe Ausbildungsvergütungen tariflich vereinbart. Umgekehrt lagen in einigen Berufen, in denen weit überwiegend junge Frauen vertreten waren, die Vergütungen sehr niedrig.
Top-20: Wo Azubis besonders gut im Handwerk verdienen
| Beruf | Gehalt |
| Maurer | Das Einstiegsgehalt eines Maurerlehrlings liegt derzeit bei 708 Euro in den alten Bundesländern (629 Euro in den neuen Bundesländern). Es steigt über 1.088 Euro im Westen (864 Euro im Osten) auf 1.374 Euro (1.091 Euro) im dritten Lehrjahr an. Im Schnitt sind das 1.057 Euro (alte Bundesländer). In den neuen Bundesländern sind es 861 Euro. |
| Beton- und Stahlbetonbauer | In den alten Bundesländern liegt das Durchschnittsgehalt eines Betonbauers bei 1.057 Euro (neue Bundesländer 861 Euro). |
| Fliesen-, Platten- und Mosaikleger | Fliesenleger bekommen im Durchschnitt 1.057 Euro an tariflicher Ausbildungsvergütung (alte Bundesländer). In den neuen Bundesländern sind es 196 Euro weniger. |
| Straßenbauer | Angehende Auszubildende im Straßenbau erhalten im Schnitt 1.057 Euro tarifliche Ausbildungsvergütung (alte Bundesländer). In den neuen Bundesländern sind es 861 Euro. |
| Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer | Der Gebäudedämmmung kommt im Zuge der Energiewende eine große Bedeutung zu. Azubis stehen hier ebenfalls an der Spitze der tariflichen Ausbildungsvergütungen mit den gleichen Tariflöhnen wie die Maurer oder die Fliesenleger: im Schnitt 1.057 Euro (West) und 861 Euro (Ost). |
| Stuckateur | Die Ausbildungsvergütung für Stuckateure liegt auf einem Niveau mit anderen Bauberufen wie dem Maurer. Im Schnitt gibt es 1.057 Euro bzw. 861 Euro (alte/neue Bundesländer). |
| Zimmerer | Auszubildende im Zimmererhandwerk bekommen je nach Ausbildungsstand und Bundesland im Schnitt 1.057 Euro (West) bzw. 861 Euro (Ost). |
| Tiefbaufacharbeiter | Tiefbaufacharbeiter können bereits nach zwei Jahren die Gesellenprüfung ablegen. Dann warten höhere Gehälter als die 898 Euro im Schnitt (746 Euro neue Bundesländer). |
| Ausbaufacharbeiter | Im Schnitt das gleiche wie die Tiefbaufacharbeiter erhalten die Ausbaufacharbeiter. Es sind 898 Euro (746 Euro neue Bundesländer). Auch in diesem Beruf handelt es sich um eine zweijährige Ausbildung. |
| Hochbaufacharbeiter | Hochbaufacharbeiter bekommen für ihre zweijährige Ausbildung im Schnitt 898 Euro im Westen und 746 Euro im Osten. |
| Gerüstbauer | Gerüstbauer absolvieren eine dreijährige Ausbildung. Die tarifliche Ausbildungsvergütung sieht den gleichen Verdienst in den neuen wie in den alten Bundesländern vor. Er liegt im Schnitt bei 867 Euro. |
| Dachdecker | Dachdecker verdienen etwas weniger in der Ausbildung als die Azubis in den zuvor genannten Bauberufen. Die 783 Euro im Schnitt gelten für alle Bundesländer. |
| Gebäudereiniger | 765 Euro bekommen angehende Gebäudereiniger durchschnittlich in den alten Bundesländern. In den neuen Bundesländern sind es 77 Euro weniger. |
| Kraftfahrzeugmechatroniker | Vier Ausbildungsjahre absolvieren künftige Kraftfahrzeugmechatroniker. Die Verdienstspanne zwischen erstem und viertem Lehrjahr ist relativ gering. Im Schnitt sind es 733 Euro (614 Euro neue Bundesländer). |
| Oberflächenbeschichter | Feuerverzinkung gehört zu den Aufgaben des Oberflächenbeschichters. Azubis in diesem Beruf bekommen im Schnitt 717 Euro in den alten Bundesländern. In den neuen Bundesländern gibt es noch keine tarifliche Ausbildungsvergütung. |
| Fleischer | Ein Azubi im Fleischerhandwerk bekommt im Schnitt 716 Euro (383 Euro neue Bundesländer). |
| Automobilkaufmann | 716 Euro gibt es im Durchschnitt, wenn man den Beruf des Automobilkaufmanns ergreifen will (602 Euro neue Bundesländer). |
| Kaufmann für Büromanagment | Wer sich für Büroarbeit interessiert, kann die Ausbildung zum Kaufmann/-frau für Büromanagement ergreifen. Im Schnitt verdient ein Azubi in den alten Bundesländern 712 Euro und damit vier Euro weniger als ein Automobilkaufmann. In den neuen Bundesländern sind es 667 Euro. Das sind 65 Euro mehr als im Ausbildungsberuf Automobilkaufmann. |
| Metallbauer | Wer Metallbauer im Handwerk werden möchte, muss eine vierjährige Ausbildung bestehen. Im Durchschnitt gibt es in den alten Bundesländern 710 Euro (563 Euro, neue Bundesländer). |
| Fahrzeuglackierer | Die Fahrzeuglackierer bilden das Schlusslicht der Top Twenty der bestbezahlten Ausbildungsberufe im Handwerk. Im Schnitt verdient ein Azubi in diesem Beruf 687 Euro im Westen und 609 Euro im Osten. |