Guter Berufsnachwuchs – idealerweise im eigenen Haus ausgebildet – sichert Ihnen langfristig den Fachkräftebedarf und damit die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Betriebs, wie Ausbildungsberater Peter Braune weiß.

Alles beginnt mit der Suche und Auswahl der zukünftigen Auszubildenden. Hier helfen feste Kontakte zu allgemeinbildenden Schulen, etwa durch die regelmäßige Mitwirkung an deren Aktionen. Ebenso spielen soziale Medien eine entscheidende Rolle, da sie fest zur Lebenswelt der Jugendlichen gehören.
Strukturierte Planung: Der Ausbildungsplan als Basis
Ein gut geplanter Ausbildungsverlauf steigert die Motivation der Auszubildenden und führt zu einer langfristigen Bindung an das Unternehmen. Die Nachwuchsplanung startet bereits mit der Ausarbeitung des betrieblichen Ausbildungsplanes. Schon bei der Formulierung der Groblernziele in Feinlernziele ergibt sich die erste Chance: Der Plan muss zwar mindestens die Vorgaben des Ausbildungsrahmenplans enthalten, kann jedoch zeitlich und sachlich auf Ihre betrieblichen Besonderheiten abgestimmt werden. Das ermöglicht Ihnen eine individuelle Förderung Ihrer Lehrlinge.
Vom Grobziel zum Profi: Ausbildung mit System
Die Umwandlung von Groblernzielen führt zu einer genaueren Festlegung auf ein konkretes Endverhalten, das selbstständig ausgeführt werden kann und im Betriebsablauf tatsächlich benötigt wird. Die Erstellung eines solchen Plans ist zwar mühsam, doch unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Personalentwicklung lohnt sich diese Arbeit in jedem Fall.
Bindung schaffen – bereits vor dem ersten Arbeitstag
Schon zwischen der Vertragsunterschrift und dem eigentlichen Ausbildungsbeginn sollte der Kontakt gepflegt werden – zum Beispiel durch regelmäßige Nachrichten. So entsteht bereits vor dem Start eine Bindung zum Betrieb. Ein strukturierter Willkommenstag und ein Patenkonzept fördern die Integration zusätzlich. Wichtig ist zudem die persönliche Entwicklungsförderung unter Berücksichtigung der jeweiligen Vorbildung und der individuellen Stärken.
Den Übergang meistern: Das Übernahmegespräch
Gegen Ende der Lehrzeit geht es um die Übernahmeplanung. Die dafür nötigen Gespräche sollten so früh wie möglich stattfinden und idealerweise in einer Einstellungszusage münden. Wichtige Bestandteile dieses Übernahmegesprächs sind:
- Leistungen, Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten
- Beurteilung der bisherigen Leistungen
- Arbeitsvertrag und Entgelt
- Konkreter Arbeitsplatz und Tätigkeiten
- Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch
- Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen
- Weiterbildungsangebote
- Zukunftsaussichten
- Wünsche und Erwartungen des Nachwuchses
Indem Sie heute gezielt in die Ausbildung investieren, schaffen Sie das Fundament für die Leistungsfähigkeit Ihres Betriebs von morgen.
Zum Autor: Peter Braune hat Farbenlithographie gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.