Einem Mindestlohn für Azubis hat die Politik zwar eine Absage erteilt, aber die Auszubildenden in Deutschland können sich trotzdem über höhere Löhne freuen. Die Ausbildungsvergütungen sind im vergangenen Jahr bundesweit um mehr als vier Prozent gestiegen – allerdings mit Unterschieden zwischen den Berufen.
Hatte die SPD mit ihrer Mindestlohn- Forderung von 8,50 Euro, die ohne Ausnahmen für alle Arbeitnehmer gelten soll, erst kürzlich für Verwirrung gesorgt. So stellte die Union schnell klar, dass der vereinbarte gesetzliche Mindestlohn nicht für Azubis gelten soll. Trotz dieser Absage, bekommen viele Auszubildende in Deutschland allerdings mehr Lohn. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im vergangenen Jahr gestiegen.
Im Durchschnitt verdiente ein Auszubildender im Jahr 2013 in Westdeutschland 767 Euro brutto im Monat. In Ostdeutschland waren es 708 Euro. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 4,1 Prozent mehr im Westen und fünf Prozent mehr im Osten. Prozentual fiel die Erhöhung damit in West und Ost genauso stark aus wie 2012.
Azubi-Lohn: durchschnittlich 761 Euro pro Monat
Im Osten hat sich der Abstand zum westlichen Tarifniveau 2013 etwas verringert: Es wurden 92 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht, 2012 waren es 91 Prozent. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2013 bei 761 Euro pro Monat und damit um 4,2 Prozent über dem Vorjahreswert.
Mit diesen Ergebnissen stellt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2013 vor. Ermittelt wurden dabei die durchschnittlichen Vergütungen für 184 Berufe in West- und 152 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 Prozent der Auszubildenden ausgebildet.
Hoher Lohn im Bauhauptgewerbe
Erhebliche Unterschiede in der Höhe der Vergütungen gab es allerdings zwischen den Ausbildungsberufen. So lagen die tariflichen Vergütungsdurchschnitte laut BIBB beispielsweise in den Berufen Mechatroniker/ Mechatronikerin (West: 938 Euro, Ost: 921 Euro), Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen (West und Ost: 935 Euro) und Medientechnologe/Medientechnologin Druck (West und Ost: 905 Euro).
In Westdeutschland waren auch in den Berufen des Bauhauptgewerbes etwa im Beruf Maurer/Maurerin sehr hohe Ausbildungsvergütungen tariflich vereinbart: Sie betrugen dort durchschnittlich 999 Euro im Monat, während sie in Ostdeutschland mit 803 Euro deutlich geringer ausfielen.
Eher niedrige tarifliche Vergütungen bekamen Azubis dagegen in den Berufen Florist/Floristin (West: 571 Euro, Ost: 312 Euro), Maler und Lackierer/Malerin und Lackiererin (West und Ost: 558 Euro), Bäcker/Bäckerin (West und Ost: 550 Euro), und Friseur/Friseurin (West: 469 Euro, Ost: 269 Euro).
Eine Gesamtübersicht über die für 2013 ermittelten Vergütungsdurchschnitte ist beim BIBB abrufbar unter bibb.de/ausbildungsverguetung . dhz


