Der weltweit tätige Autozulieferer Johnson Controls erwägt die Herstellung moderner Batteriezellen für Elektroautos in Deutschland. Wie der Leiter der Batteriesparte, Alex Molinaroli, dem "Handelsblatt" sagte, könnte die US-Firma in die bestehende Zellproduktion in Frankreich investieren "oder einen neuen Standort aufbauen.
Autozulieferer Johnson Controls erwägt Fabrikbau in Deutschland
Hannover (dapd). Der weltweit tätige Autozulieferer Johnson Controls erwägt die Herstellung moderner Batteriezellen für Elektroautos in Deutschland. Wie der Leiter der Batteriesparte, Alex Molinaroli, dem "Handelsblatt" sagte, könnte die US-Firma in die bestehende Zellproduktion in Frankreich investieren "oder einen neuen Standort aufbauen. Deutschland böte sich dazu nicht zuletzt aufgrund der Dichte an Abnehmern aus der Autoindustrie an".
Johnson Controls betreibt schon jetzt ein großes Werk für herkömmliche Autobatterien in Hannover. Der Konzern hatte die deutsche Traditionsmarke Varta übernommen. "Wir benötigen Produktionsstandorte für große Zell-Volumen in Europa, Nordamerika und Asien", sagte Molinaroli.
Der Hersteller ist nach eigenen Angaben größter Produzent von Autobatterien weltweit mit 120 Millionen Stück pro Jahr. Eine Firmensprecherin bestätigte, dass über weitere Produktionsanlagen für Batteriezellen nachgedacht werde. Bisher betreibt Johnson Controls zwei Werke für Lithium-Ionen-Zellen: eines in den USA, eines in Südfrankreich.
Die Firmensprecherin fügte hinzu, zusätzlich dazu sei im Gespräch, die Montage von Zellen zu fertigen Batterien in Hannover anzusiedeln. "Die Leute hier haben viel Batterie-Know-how", sagte sie. In Hannover arbeiten 1.300 Beschäftigte für den Konzern in der Produktion und Entwicklung.
Die Montage der Batteriezellen zu fertigen Packs sollte nach Einschätzung von Experten in der Nähe der Autofabriken erfolgen: Eine Batterie wiegt mehrere hundert Kilogramm, was bei großer Entfernung hohe Transportkosten auslösen würde.
Die Amerikaner waren laut Zeitung 2008 die ersten Anbieter von Lithium-Ionen-Batterien für Hybridautos in Serienproduktion; Johnson Controls stattet die Hybridvarianten - also Modelle, die Verbrennungs- und Elektromotor kombinieren - der S-Klasse von Mercedes und des 7er von BMW mit Lithium-Ionen-Zellpaketen aus.
Batteriemanager Molinaroli geht insgesamt von einem Wachstum des Weltmarktes für Autobatterien von derzeit 23 Milliarden Dollar pro Jahr auf 72 Milliarden Dollar im Jahr 2020 aus.
dapd
