Düstere Bilanz Autoklau: Deutschland im Visier von Auto-Schiebern

Autos sind heiß begehrt – vor allem bei Dieben in den Grenzstädten. Dort boomt der Autoklau. Die düstere Bilanz des vergangenen Jahres setzt sich auch 2013 fort – mit traurigen Spitzenreitern.

Bis zu 103 mal am Tag schlagen Autodiebe am Tag zu. Besonders betroffen sind die Grenzstädte der Republik. - © Foto: iStock photo

Insgesamt 37.427 Kraftwagen sind 2013 in Deutschland gestohlen worden. Darauf weist das Verbraucherportal preisvergleich.de hin. Aus statistischer Sicht wechseln somit in Deutschland täglich 103 Fahrzeuge "ungewollt" den Besitzer.

Keine Besserung für 2014

Für die Fahrzeughalter ist das gleich doppeltes "Leid". Einerseits müssen sie über den Verlust des geklauten Autos hinwegkommen, andererseits prognostiziert preisvergleich.de, dass in einigen Regionen Deutschlands die Kfz-Versicherungen  um mehrere Prozentpunkte ansteigen. So trägt im Endeffekt jeder Versicherte den Schaden anteilig mit der durch die über 37.000 geklauten Autos den Versicherungen entstanden ist.

Für 2014 ist laut dem Verbraucherportal keine Besserung in Sicht. Unter Berufung auf die Leipziger Ausgabe der "Bild Zeitung" seien allein in den vergangenen fünf Monaten 17 Autos geklaut worden. Darunter ein Audi RS6 Avant im Wert von 140.000 Euro .

Osten Deutschlands führt Ranking an

In einer Städte- und Bundeslandstudie hat das Portal die Diebstahlzahlen in Zusammenhang mit der Anzahl der zugelassenen Kraftwagen gesetzt. Das Ergebnis: Allein auf die größten 120 Städte entfallen über 54 Prozent (20.284) aller gemeldeten Kraftwagendiebstähle in Deutschland.

Laut Studie ist Frankfurt/Oder seit 2011 zum dritten Mal die Auto-Diebstahlhochburg in Deutschland. In der Stadt an der Grenze zu Polen sind 2013 laut preisvergleich.de liegt die Diebstahlquote bei 907 zu je  100.000 zugelassenen Fahrzeugen. 283 Fälle hat die Polizei dort 2013 verzeichnet. Damit liegt die Stadt 750 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Platz zwei geht an das sächsische Görlitz. 2013 wurden hier 183 Autos geklaut. Der Wert entspreche laut Preisvergleich einer Quote von 720 gestohlenen je 100.000 zugelassenen Autos und 575 Prozent über dem Studienschnitt.

Die Top Ten der Großstädte, in denen am häufigsten Autos verschwinden. - © Foto: preisvergleich.de

Grenzstädte im Visier der Diebe

Im Ranking der meistgeklauten Autos in Deutschland liegt Görlitz noch vor Berlin. Die Hauptstadt könne sich allerdings noch immer der größten Anzahl gestohlener Autos rühmen – 6.659 Stück im vergangenen Jahr. Das entspricht einer Quote von 534 je 100.000. Gegenüber 2012 sind das 899 mehr.

Die Plätze vier und fünf belegen die ostdeutschen Städte Potsdam und Dresden mit 404 und 799 geklauten Autos je 100.000 zugelassener Fahrzeuge.

Laut Preisvergleich sind Grenzstädte mit Autobahnanschlüssen ein beliebtes Ziel für Auto-Schieber. Unter den Diebstahl-Hochburgen seien mit 82 Prozent überdurchschnittlich viele, die im Osten und Norden der Republik liegen und über optimale Transit-Anbindungen nach Osteuropa verfügen.

Bis zur Grenze bräuchten die Diebe im Schnitt zwischen fünf Minuten und einer Stunde. Für die Diebstahlopfer und die Ermittlungsbehörden bleibt in diesen Fällen kaum Zeit, einzugreifen. Doch nicht nur im Osten, sondern auch im Westen Deutschlands werden Autos geklaut. So würden die Diebe in Aachen auch nur wenige Minuten brauchen, um nach Belgien oder die Niederlande zu entkommen.

Auto-Diebe auch im Westen

Als erste westdeutsche Stadt befindet sich Aachen auf Platz sechs mit 321 gestohlenen Autos je 100.000 zugelassenen Fahrzeugen. Wie in den vergangenen Jahren auch ist Süddeutschland verhältnismäßig sicher. So können Autobesitzer vor allem in Baden-Württemberg und Bayern ruhig schlafen. Statistisch gesehen sei Reutlingen die sicherste Stadt in Deutschland. 2013 sind 11 gestohlene Wagen gemeldet worden.

Wie das Verbraucherportal weiter mitteilt, ist die Quote der "nichtdeutschen Tatverdächtigen" im Bereich Auto-Klau erschreckend hoch geblieben. Die Diebe wären vor allem Polen, Türken, Litauer und Rumänen.

Schlechte Aufklärungsquoten

Darüber hinaus würden sich in den Diebstahlhochburgen auch die schlechtesten Aufklärungsquoten finden. Als trauriger Spitzenreiter gilt Rostock, gefolgt von Berlin, Hamburg, Aachen und Düsseldorf. Hier brauchen sich die Opfer keine Hoffnungen zu machen, dass ihr Auto jemals wiedergefunden wird. Im Süden und Südwesten der Republik liegt die Aufklärungsquote dagegen bei rund 60 Prozent. dhz