Dekra Autokauf: Fünf Tipps für Gebrauchtwagen

Vom Kleinwagen bis zum Transporter: Gebrauchte Modelle deutscher Autobauer sind besonders zuverlässig. Das zeigt der aktuelle Dekra-Gebrauchtwagenreport. Beim Kauf eines gebrauchten Autos gelten trotzdem andere Regeln als bei Neuwagen. Fünf Tipps vom Gebrauchtwagenexperten.

Bei Gebrauchtwagenkauf sollte man auf Details achten. Auch versteckte Unfallschäden lassen so manchmal entdecken. - © Foto: Kzenon/Fotolia

In sechs von neun Fahrzeugklassen des neuen Gebrauchtwagenreport der Dekra belegten Autos heimischer Hersteller den ersten Platz. Grundlage für den Report sind die Ergebnisse von 15 Millionen Hauptuntersuchungen aus zwei Jahren.

Doch bei der Anschaffung eines Fahrzeugs aus zweiter Hand kann die Reise in beide Richtungen gehen: Traumauto oder Alptraum. Um das Risiko eines Fehlkaufs so gering wie möglich zu halten, sollte man ein paar Grundregeln einhalten. Friedhelm Schwicker von der Dekra gibt fünf Tipps, wie sich Gebrauchtwagenkäufer vor einem bösen Erwachen schützen können.

  • Kauf gut vorbereiten: Damit man sich gezielt nach einem guten Gebrauchtwagen umsehen kann, sollte man eine möglichst genaue Vorstellung von Modell, Baujahr, Laufleistung und Motorisierung haben. Welche Autos anfällig sind und welche vergleichsweise robust, können Autokäufer mit Hilfe der Mängel-Statistiken von Kfz-Prüforganisationen wie Dekra oder TÜV einschätzen.

  • Kosten prüfen: Ein Richtpreis für Gebrauchte lässt sich auf den Automärkten im Internet ermitteln. Am besten man sucht dort den Wunschwagen und ermittelt den Durchschnittspreis im angezeigten Mittelfeld. Die günstigsten Treffer sind laut dem Dekra-Experten oft faule Lockangebote, und die teuersten Offerten stammen von Privatleuten, die glauben, für ihren alten Wagen noch den Neupreis wiederzubekommen. Ganz wichtig: Bei der Fahrzeugwahl auch die Unterhaltskosten, vor allem für Steuern und für die Versicherung im jeweiligen Zulassungsgebiet berücksichtigen.

  • Papiere auf Vollständigkeit prüfen: Gerade bei jüngeren Gebrauchtwagen sollten Kaufinteressenten auf ein lückenlos geführtes Serviceheft achten, in dem auch alle Werkstattrechnungen dabei sind. Außerdem sollten die Prüfbescheinigungen der letzten Kfz-Hauptuntersuchungen vorliegen.

  • Fahrzeug kontrollieren (lassen): Auf eine Probefahrt sollten Autokäufer nicht verzichten, außerdem sollten sie sich den Gebrauchten in Ruhe ansehen und auch in verborgene Ecken schauen. Unterschiedliche Spaltmaße etwa können auf einen Unfallschaden hindeuten. Beim Autokauf von einem Privatanbieter sollte man am besten mit dem Verkäufer gemeinsam zu einer Werkstatt zu fahren und den Wagen dort durchsehen zu lassen – das kostet um die 100 Euro.

  • Vorteil Händler: Wer einen Gebrauchten lieber beim Händler als aus privater Hand kauft, zahlt meistens etwa mehr. Dafür haftet der Händler mindestens ein Jahr lang für Mängel am Fahrzeug. Diese Gewährleistung gibt es beim Privatkauf nicht. Bei teuren oder exotischen Gebrauchtwagen kann es sich darüber hinaus lohnen, zusätzlich eine Garantieversicherung abzuschließen. dpa