Das ausschließlich mit Sonnenenergie angetriebene Fahrzeug der Hochschule Bochum hat auf seiner Weltumrundung nach der längsten Etappe Wladiwostok im Osten Russlands erreicht. 26.000 Kilometer haben die Studenten um Teamchef Tim Skerra mit ihrem Solarcar nun schon hinter sich gebracht.
Nach Australien, Neuseeland, den USA und Europa war die Reise nach Osten quer durch die Russische Föderation bisher der anspruchsvollste Teil der Tour rund um den Globus. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Sibirien, chaotische Verkehrsverhältnisse in den größeren Städten, gefährliche Überholmanöver und teilweise extrem schlechte Straßenbeläge beanspruchten Mensch und Maschine bis an die Grenzen der Belastbarkeit.
Auch die Polizei zeigt Interesse
Überall wo der deutsche Sonnenwagen namens SolarWorld GT in Russland fuhr, zog er die Aufmerksamkeit auf sich. Trucker machten Videoaufnahmen, die umgehend im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Ein Journalist engagierte sogar eine Polizeistreife, um den Konvoi aus Bochum anzuhalten und Interviews zu führen. Kontrollen durch die russischen Ordnungshüter auf der Straße gab es häufig. Dank der russisch sprechenden Teammitglieder konnte aber immer schnell erklärt werden, was es mit dem futuristisch aussehenden gelben Flitzer auf sich hat.
auto Solar Weltumrundung 1Technische Probleme hatte das Team mit den Begleitfahrzeugen genauso wie mit dem Prototypen aus der Bochumer Solarcar-Manufaktur. Selbst der robuste Geländewagen aus japanischer Fertigung hatte mit Stoßdämpferproblemen zu kämpfen. Im Vergleich dazu darf man die Brüche im Fahrwerk von SolarWorld GT angesichts der häufig vorkommenden Fußball-großen Schlaglöcher im Straßenbelag als völlig normal bewerten. Entscheidend für den Erfolg des Studenten-Teams aus Bochum: Alle Schäden am Solarcar konnten in kürzester Zeit von den Experten für solare Mobilität selber behoben werden.
Letzte Etappe führt durch Australien
Im Dezember steht der letzte Teilabschnitt der Weltumrundung an. In Australien soll die Strecke von Darwin nach Adelaide noch einmal vollständig abgefahren werden. Bei der World Solar Challenge im letzten Jahr waren hier einige Teilstücke wegen Buschbränden und dem engen Zeitkorsett der Veranstaltung auf dem Anhänger zurückgelegt worden.
Den Streckenrekord für ein energieautarkes Fahrzeug des Guiness-Buches der Rekorde hat das Bochumer Hochschulteam schon lange eingestellt. Im Jahr 2004 fuhr ein kanadisches Uniteam mit dem Solarcar „Midnight Sun“ 15.070 Kilometer bei einer Fahrt durch Kanada und die USA. Nun stehen schon 26.000 Kilometer auf dem Tacho von SolarWorld GT, mindestens 3.000 weitere Kilometer werden bis zum Ende des Jahres noch dazu kommen. dhz

