Durch den Einsatz von rollwiderstandsarmen Qualitätsreifen können Fuhrparkleiter die Betriebskosten erheblich senken. Das ergab eine Studie, die die TU München im Auftrag des Chemiekonzerns Lanxness, das Hochleistungskautschuk für die Reifenindustrie herstellt.
Anlass der Erhebung ist die Einführung des neuen EU-Reifen-Labels, das mehr Transparenz beim Reifenkauf schaffen soll. Mit dem Etikett müssen vom 1. November an alle Pkw- und Nutzfahrzeug-Neureifen gekennzeichnet sein. Das Label bewertet die Modelle in den Kategorien Rollwiderstand (Spritverbrauch) und Nasshaftung (Sicherheit) von „A“ (optimal) bis „G“. Zudem macht es Angaben zur Lautstärke des Rollgeräuschs. „Grüne Reifen“ erhalten auf dem neuen Label besonders gute Noten.
Bei einem reinen Transportunternehmen fällt ein Drittel der Kosten laut Studie allein für das Betanken der Flotte an. Eine Möglichkeit, um den Kraftstoffverbrauch zu senken, ist das Umrüsten auf Qualitätsreifen mit optimiertem Rollwiderstand. Je schwerer das Fahrzeug, desto stärker wirkt sich der Rollwiderstand auf den Verbrauch aus. Ein schwerer Lkw braucht 40 Prozent seines Kraftstoffs, so die Studie, nur um den Rollwiderstand zu überwinden – Energie, die für den Antrieb des Fahrzeugs nicht mehr zur Verfügung steht.
„Grüne Reifen“ verringern den Rollwiderstand eines Nutzfahrzeugs um bis zu vier Prozent. Wie sehr sich diese Eigenschaft rechnet, verdeutlicht folgendes Beispiel eines Transportunternehmens: Ein Spediteur, der 50 Sattelzüge mit einem Gewicht von jeweils 40 Tonnen und einer jährlichen Laufleistung von jeweils 200.000 Kilometern unterhält, kann mit ihnen pro Jahr bis zu 500.000 Euro Kraftstoffkosten sparen. Zudem profitiert die Umwelt: Die in dem Beispiel genannte Spedition würde jährlich rund 1.600 Tonnen weniger CO2-Emissionen verursachen.
Außer den verbesserten Rollwiderstand bieten „grüne Reifen“ weitere wirtschaftliche Vorteile. Laut Studie können Unternehmen dank besserer Runderneuerungseigenschaften und längerer Laufleistung ihre Kosten zusätzlich senken.
Aus diesem Grund sei zu erwarten, dass die Nachfrage nach „grünen Reifen“ sowohl für Pkw als auch für leichte und schwere Nutzfahrzeuge (Reifen der Kategorien C1, C2 und C3) dank der Einführung des neuen EU-Labels weiter steigen wird. Bis 2020 soll der Marktanteil von Modellen, die in der Rollwiderstandsklasse mit „A“ oder „B“ bewertet werden, 80 Prozent betragen.
