Kältewelle Extremer Frost: So bleibt Ihr Auto fahrbereit

Für die kommenden Tage erwarten die Meteorologen strengen Frost. Die klirrende Kälte wird auch den Autos zusetzen, besonders wenn sie die Nacht im Freien verbringen müssen. Was Sie beachten müssen, um mobil zu bleiben, haben Experten vom TÜV Süd zusammengetragen.

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Zugang sichern: Die Fahrertür ist eingefroren. Und der Türschlossenteiser liegt im Handschuhfach? Den Helfer lieber in die Manteltasche stecken, um nicht vor verschlossenen Autotüren zu stehen. Auch die Dichtungsgummis an Türen und Kofferraum frieren bei Frost häufig fest – die vorsorgliche Behandlung mit einem einfachen Fettstift oder Silikonspray sorgt für freien Eintritt.

Für Sicht sorgen: Wer im Winter mit Sommerreiniger im Wischwasser unterwegs ist, riskiert den Blindflug. Friert das Wasser in der Waschanlage ein, können im schlimmsten Fall Behälter und die Pumpe Risse bekommen. Beim Wischwasser reichen minus 20 Grad. Das entsprechende Mischverhältnis ist auf den Additivbehältern abgebildet. Tipp für Pendler: Wer viel auf Autobahnen unterwegs ist, braucht viel Wischwasser. Deshalb lieber einen günstigen Fünf-Liter-Kanister aus dem Fachhandel in den Kofferraum! 

Komplett freikratzen: Vollen Durchblick sollten Autofahrer gleich beim Start haben – das gilt auch, wenn der Wagen draußen steht. Ein kleines Guckloch in der Frontscheibe reicht nicht. Ehe die Fahrt in den kalten Wintermorgen beginnt, unbedingt ringsherum alle Scheiben komplett vom Eis befreien. Für Laternenparker empfiehlt es sich, über Nacht eine Thermo-Matte auf der Windschutzscheibe zu befestigen. Beim Freikratzen keinesfalls den Motor laufen lassen, sondern erst starten, wenn es wirklich losgeht. Die Gründe: Besonders wenn der Motor kalt ist, ist der Benzinbedarf mit bis zu 40 Litern pro 100 Kilometern besonders hoch und der Schadstoffausstoß ebenso. Der Motor ist erst nach ungefähr vier Kilometern warm gefahren und erreicht dann seine normale Leistung bei normalem Verbrauch.

Starthilfe sichern: Ist die Batterie im Wagen schon älter, sollte das Starthilfekabel im Auto nicht fehlen. Zur Schonung des Energiespeichers sollten Kurzstrecken möglichst vermieden werden, denn auf Fahrten unter zehn Kilometern wird die Batterie im Winter praktisch nie voll. Der Batterie zuliebe auch die kleinen und großen Energiefresser stets im Blick haben – zum Beispiel heizbare Heckscheibe, Sitzheizung und Gebläse.

Für Kühlung sorgen: Friert der Kühlkreislauf ein, drohen teure Schäden: gerissene Kühler, gebrochene Wasserpumpen, im schlimmsten Fall Haarrisse im Motorblock oder Zylinderkopf. Moderne Fahrzeuge haben daher ein geschlossenes, wartungsfreies Kühlmittelsystem. Die eingestellte Mindesttemperatur für den Winter können Autofahrer an einem Anhänger am Kühlerdeckel ablesen. Bei älteren Fahrzeugen, bei denen das Kühlsystem noch offen ist, kann man den Frostschutzanteil im Kühlwasser mit einer Frostschutzspindel selbst testen. Vorsicht: Bei der Wahl des Frostschutzmittels auf die Herstellerfreigabe achten. Ungeeignete Mittel können den Kühlkreislauf beschädigen.

Checkliste abhaken: Sind alle Frosthelfer parat? Enteisungsspray (in der Manteltasche), Eiskratzer, Starthilfekabel, Abschleppseil, eine Decke für den Stau und Schneeketten gehören im Winter dazu. dhz