So testet Ford seine Transporter Torturen für den neuen Transit

Den Strapazen eines ganzen Transporterlebens hat Ford den neuen Transit Custom unterzogen. In nur 180 Tagen haben die Ingenieure den kräftezehrenden Alltagsbetrieb von zehn Jahren unter widrigsten Bedingungen simuliert. Ergebnis: Mehr als 100 Verbesserungen wurden entwickelt, die die Robustheit und Zuverlässigkeit des Handwerkerfahrzeugs erhöhen.

Materialfeindliche Salz- und Schlammbäder: Der neue Ford Transit Custom auf Testfahrt im belgischen Lommel. - © Foto: Ford Media

Dies betrifft beispielsweise neu konstruierte und verstärkte Motorlager und die Schwellerleisten. "Nur wenn wir unsere Nutzfahrzeuge während der Erprobungsphase bis an ihr Limit und darüber hinaus bringen, können wir unseren Kunden ein wirklich belastbares Produkt anbieten", sagt Barry Gale, Chefingenieur für Nutzfahrzeuge bei Ford Europa.

Das Testprogramm ist laut Ford das Konzentrat aus realen Einsatzdaten, die das Unternehmen mit 600 Transit-Custom-Modellen gesammelt hat, die in sieben Ländern weltweit rund zehn Millionen Kilometer in Kundenhand abgespult haben. Die Prüfanordnungen seien so ausgelegt worden, dass der neue Transit Custom selbst bei sehr harter Beanspruchung über zehn Jahre oder 240.000 Kilometer sicher läuft.

Neben Versuchsfahrten bei 40 Grad Celsius in Dubai und bei minus 40 Grad Celsius im finnischen Winter sowie Hundertausenden Kilometern im Dienste von Flottenbetreibern habe auch das Erprobungszentrum von Ford im belgischen Lommel für die Testfahrten eine wichtige Rolle gespielt. Dort mussten sich die Prototypen mehr als 30 Versuchsanordnungen stellen, darunter Langstreckenfahrten mit extremen Anhängelasten.

Weitere Testbeispiele

  • Schnelllauf bei Autobahntempo – der Ford Transit Custom drehte zwei Monate lang nonstop seine Bahnen mit Höchstgeschwindigkeit.
  • "Achterbahn" – einen Monat lang reihte ein Ford Transit Custom Links- und Rechtskurven in Form einer "8" ohne Unterbrechung aneinander.
  • Rüttelpiste – der Ford Transit Custom absolvierte 5.200-mal und mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h eine mit üblen Schlaglöchern und Bodenwellen garnierte Strecke.
  • Korrosionsbeständigkeit – zwölf Wochen lang wurde die Rost-Resistenz des Ford Transit Custom auf groben Schotterpisten, bei hoher Luftfeuchtigkeit sowie in Salz- und Schlammbädern auf eine harte Probe gestellt.
  • Robustheit des Fahrwerks – die Radaufhängungen mussten auch eine Kollision mit einem 14 Zentimeter hohen Randstein bei 60 km/h heil überstehen.

Auch in den Testlabors gönnten die Ingenieure dem neu entwickelten 2,2-Liter-Duratorq-TDCi-Motor keine Atempause. Auf einem Prüfstand musste das Vierzylinder-Dieselaggregat einen 46-tägigen Versuchsablauf überstehen, der das Fahren unter voller Beladung im urbanen Umfeld simulierte. Hinzu kamen mehrere Zehntausend Stunden auf dem Motorenprüfstand. Spezielle Versuchsanordnungen für einzelne Motor-Komponenten konzentrierten auch hier die Belastung von zehn Jahren in echtem Betrieb auf einen Zeitraum von nur noch 30 Tagen.

Der neue Ford Transit Custom mit bis zu einer Tonne Nutzlast kann seit einigen Wochen bestellt werden. Für den "großen" Transit, der Ende dieses Jahres auf den Markt kommen soll, laufen ähnlich harte Testtorturen, wie sie der kleine Bruder schon hinter sich hat.