Deutscher Nutzfahrzeugpreis 2012
Renault Master landet Überraschungssieg
Der Deutsche Nutzfahrzeugpreis geht 2012 an den Renault Master. Der Überraschungssieger hat sich vor dem VW Crafter und seinem baugleichen Bruder, dem Opel Movano, durchgesetzt. Den Sieg verdankt der Renault Master vor allem seiner guten Wirtschaftlichkeit.
Beim Stand- und Fahrtest, bei dem Handwerksmeister aus ganz Deutschland die Transporter auf ihre Alltagstauglichkeit überprüfen, hatte jeweils der Sprinter von Mercedes-Benz die Nase vorn. Doch bei der Wirtschaftlichkeit konnte die Marke mit dem Stern auf der Kühlerhaube nicht mehr mit den Kontrahenten mithalten.
Insgesamt zwölf Doppelkabinen mit Pritsche, so genannte Dokas, waren dieses Jahr im Wettbewerb um den Deutschen Nutzfahrzeugpreis ins Rennen gegangen. Höhepunkt war das Testwochenende in Bad Wörishofen, wo 15 Praktiker aus dem Handwerk die Fahrzeuge zwei Tage lang beurteilen konnten. Und natürlich haben die Handwerker in ihrem betrieblichen Alltag ganz unterschiedliche Ansprüche an ihre Fahrzeuge.
Peter Jacobs, Fuhrparkleiter bei Kähler Bau in Büsum an der Nordsee, achtet als Fachkraft für Arbeitssicherheit zum Beispiel auf gesundheitliche Aspekte. Eine Sitzheizung gehört für ihn in jedes der 45 Fahrzeuge im Fuhrpark des 140 Mann starken Betriebes des Bauhauptgewerbes. „170 Euro Aufpreis sind wesentlich günstiger als Krankheitstage wegen Rückenleidens“, meint der Betriebswirt des Handwerks.
Frank Kolbenschlag, Geschäftsführer des gleichnamigen Gerüstbaubetriebes aus Bayreuth, schaut vor allem auf die Kosten. Schließlich hatte er schon eine kaufmännische Lehre absolviert, ehe er als Bundessieger der Gerüstbauer mit Begabtenförderung seinen Meister machte. Für Steinmetzmeister Andreas Bertele aus Marbach hingegen wäre eine Pritsche ab Werk gar nicht zu gebrauchen. Bei den Lasten, die er in seinem Betrieb bewegt, braucht er Spezialaufbauten.
Die Sieger werden auf der Internationalen Automobilausstellung Nutzfahrzeuge am 21. September in Hannover ausgezeichnet.
Beim Standtest begutachten die Handwerker wie hier Peter Jacobs, Fuhrparkleiter bei Kähler Bau in Büsum, Motor, Fahrerkabine, Fahrgestell und Pritsche.
Vertreter der Hersteller wie Markus Ferri von Iveco (li.) stehen für Fragen der Handwerker (im Bild Malermeister Christian Weigold aus Nossen) zur Verfügung.
Peter Schmitt (li.), Geschäftsführer des Bauunternehmens August Kröger in Eschwege, lässt sich von Ralf Benecke die Lüftung im Renault Master erklären.
Steinmetzmeister Andreas Bertele aus Marbach am Neckar interessiert sich besonders für das Fahrgestell. Eine normale Pritsche wäre für sein Unternehmen zu schwach, denn schon ein einzelner Stein wiegt bis zu 300 kg.
Dirk Packert, technischer Bauleiter bei der PST Straßen- und Tiefbau GmbH in Wittenberg, prüft den Ölstab am Iveco Daily, der von Markus Ferri betreut wurde.
Robert Klauer, Kreishandwerksmeister aus Kaufbeuren und Geschäftsführer des Tiefbauunternehmens Rehwald, wirft einen Blick in den Motorraum des Fiat Ducato.
Trotz Sommerhitze denkt Christiane Scharff, Buchhalterin der Gregor Scharff GmbH in Kleve, schon an den Winter und lässt sich von Ralf Benecke zeigen, wie man beim Renault Master zum Kratzen an die Windschutzscheibe kommt. Eine Trittstufe in der Stoßstange verhilft nach oben.
Thomas Schindler (re.), Geschäftsführer der WIN Wartung und Instandhaltung GmbH in Zwickau, füllt den Fragebogen der Jury aus. Fragen zum Renault Maxity beantwortet Wolfgang Metko.
Gerd Franz (li.), Fuhrparkleiter der HSL Laibacher GmbH in Wiesen, prüft die Ladebordwand am Ford Transit, der von Raimund Grosser fachlich betreut wird.
Marco Hoffmann (li.), Geschäftsführer der Schmidt DachTeam GmbH & Co. KG in Nistertal, lässt sich von Stefan Benecke den Dokumentenhalter im Renault Master vorführen.
Rauchende Köpfe: Robert Domina (li.), Nutzfahrzeugexperte aus Eichstätt, und Christian Koch, Kfz-Sachverständiger der Dekra in München, werten als Jury die Fragebögen der Tester aus.
In diesen Elektrotransportern (zwei Mercedes-Benz Vito E-Cell und je ein Renault Maxity Electric und Renault Kangoo Z.E.) konnten die Tester auf Spritztour gehen.