Täglich rund vier Stunden Freizeit hat jeder Deutsche im Schnitt zur Verfügung. Und da die große Anzahl der möglichen Freizeitaktivitäten so manchen überfordert, setzen immer mehr auf bewährte Ausgleichsmethoden wie Faulenzen, Nichtstun oder mal ein Mittagsschlaf.
Ausschlafen und Faulenzen ist angesagt
"Durch die Vielzahl von Konsum- und Medienangeboten, der Alltagshektik und dem Terminstress, wächst die Sehnsucht nach Ruhe und Erholung", erklärt der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, Professor Dr. Ulrich Reinhardt. In Zukunft würden viele Bürger sich daher wieder bewusster zurückziehen und die regelmäßige Muße zu einem persönlichen Muss werden lassen. "Freizeit wird so wieder zu einer freien Zeit", sagt Reinhardt zum aktuellen Freizeit Monitor 2011. 6.000 Bundesbürger hat die Stiftung dazu befragt.
Dabei zeigte sich, dass der durchschnittliche Freizeitumfang für alle Personen ab 14 Jahren vier Stunden und drei Minuten pro Werktag beträgt. Jugendliche und Ruheständler verfügen dabei insgesamt über den größten Anteil an freier Zeit und Familien müssen sich mit dem geringsten Anteil zufrieden geben.
Obwohl die freie Zeit jedes Einzelnen in den vergangenen Jahren nicht weniger geworden ist, beklagen immer mehr unter Zeitmangel zu leiden. So liegt der Anteil der Bundesbürger, die sich über zu wenig Freizeit beklagen, nach Angaben der Studie fast dreimal so hoch, wie der Anteil derjenigen, die angeben, über zuviel Freizeit zu verfügen. Vor allem Familien wünschen sich zusätzliche Freizeit.
Vor der Fernseher ist es doch am schönsten
Schaut man sich die unterschiedlichen Freizeitaktivitäten an, so bleibt der Fernseher weiterhin der beliebteste Freizeitbegleiter der Deutschen. 97 Prozent der Bundesbürger schaltet ihn regelmäßig – mindestens einmal pro Woche – ein. Danach folgen Telefonieren, Radio hören und Zeitung/Zeitschriften lesen. Das Surfen im Internet und auch das mobile Telefonieren erleben zwar einen rasanten Aufstieg in der Rangliste. Noch schaffen sie es aber nicht auf die Spitzenplätze. Somit ziehen die Deutschen insgesamt eher die ruhigeren Freizeitbeschäftigungen vor.
Bei den Geschlechtern bleibt die eher klassische Interessenverteilung bestehen. Frauen gehen laut der Studie fast doppelt so oft in den Gottesdienst, lesen Bücher oder schreiben Briefe. Und auch erwartete Klischees lassen sich demnach mit Zahlen belegen: Frauen nehmen sich mehr Zeit, um sich in Ruhe zu pflegen, unternehmen öfter einen Einkaufsbummel und verbringen mehr Zeit am Telefon. Männer widmen sich dagegen deutlich häufiger dem Heimwerken, gehen in die Kneipe oder zum Stammtisch und schauen bei Sportveranstaltungen zu.
jtw
