Lehrstellen Ausbildungsmarkt boomt

Der Ausbildungsmarkt in Deutschland befindet sich wie die Konjunktur im Aufwind. Unter den beliebtesten Lehrstellen sind auch etliche Handwerksberufe zu finden.

Eine Ausbildung im Kfz-Handwerk ist unter Jugendlichen nach wie vor sehr beliebt. Foto: dapd

Ausbildungsmarkt boomt

Bei den Industrie- und Handelskammern (DIHK) wurden nach Informationen der "Bild“-Zeitung“ bis Ende April 113.855 neu abgeschlossene Lehrverträge registriert. Das waren 11.155 mehr als Ende April 2010. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann sieht die "Ausbildungschancen der Jugendlichen in nahezu allen Branchen glänzend“. Neueste Zahlen aus dem Handwerk wird der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am morgigen Dienstag bekannt geben.

Unter den beliebtesten Ausbildungsstellen bei Jugendlichen finden sich zahlreiche Handwerksberufe. Der Kfz-Mechatroniker steht nach einer Statistik der "Bild“-Zeitung bei den Jungs an erster Stelle, der Elektroniker ist Fünfter. Bei den weiblichen Auszubildenden steht die Ausbildung zur Friseurin hoch im Kurs (5. Rang).

Auslandspraktikum zum Erfahrung sammeln

Während ihrer Ausbildung in Deutschland, können Lehrlinge auch ins Ausland gehen. Rund 16.000 Azubis nehmen diese Möglichkeit bislang wahr – nicht viele, gemessen an den gut 1,5 Millionen Azubis in Deutschland. Vielen fällt der Weg ins Ausland trotz zahlreicher Förderprogramme und Initiativen der Kammern nach wie vor nicht leicht.

Das brauchen Azubis: einen Ausbildungsbetrieb im Ausland, Finanzierung der Ausgaben für Anreise und Unterkunft, Erlaubnis und Unterstützung des Ausbildungsbetriebs in Deutschland.

Kleinbetriebe, die Lehrlinge ausbilden, sind meist auf diese angewiesen und können ihre Azubis nicht ins Ausland gehen lassen. Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) schicken gerade einmal drei Prozent der Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten ihre Azubis ins Ausland. Als Gründe nennen die Betriebe die zu hohen Kosten.

Für Auszubildende, die einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland verbringen möchten, gibt es einige Möglichkeiten, ihren Arbeitsgebern davon zu überzeugen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, mit dem Ausbildungsbetrieb im Ausland eine Kooperation zu vereinbaren, so dass dieser einen Teil der Kosten übernimmt. Zwar gibt es zahlreiche Förderprogramme, allerdings kaum welche für Betriebe. Einzig das Land Sachsen hat ein entsprechendes Angebot im Programm.

Zahlreiche Förderprogramme

Für Auszubildende sieht das besser aus. Hier gibt es verschiedene Zuschüsse zu Reise- und Lebenshaltungskosten. Sehr beliebt ist das EU-Programm Leonardo da Vinci. Dieses bietet länderspezifische Pauschalbeträge für Auslandsaufenthalte gewährt. Ansprechpartner sind die Nationale Agentur beim BIBB sowie die Betriebs- und Ausbildungsberater der Handwerkskammern.

Argumente für einen Auslandsaufenthalt gibt es genug. Laut der BIBB-Studie berichten knapp 80 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe, dass Azubis nach einem Auslandsaufenthalt motivierter und leistungsbereiter in den Betrieb zurückkehren.

pc mit Material von dapd