Lehrlinge gesucht Ausbildung im Handwerk: Noch 28.000 freie Lehrstellen

Mittlerweile macht die Hälfte eines Schülerjahrgangs das Abitur und studiert. Das hat verheerende Konsequenzen für das Handwerk: Viele Betriebe wollen gerne junge Menschen ausbilden, finden aber keine Bewerber. Vor allem im gewerblich-technischen Bereich werden händeringend Azubis gesucht.

Starker Bedarf: Betriebe suchen dringend Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Metallbauer und Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima. - © Foto: jörn buchheim/Fotolia

Ende Juli hatten die Handwerkskammern noch 28.000 freie Lehrstellen gelistet - etwa 5.000 mehr als vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt. Das spiegelt die Situation in den Handwerksbetrieben wider: Viele wollen gerne junge Menschen ausbilden, finden aber keine Bewerber.

Dringender Bedarf im gewerblich-technischen Bereich

"Das Interesse der Betriebe an Ausbildung bleibt im Handwerk sehr hoch. Rund zwei Drittel aller Handwerksbetriebe mit Ausbildungsberechtigung bilden auch aus", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. "Gerade gewerblich-technische Ausbildungsberufe im Handwerk suchen aktuell noch dringend Auszubildende", sagte Schwannecke. Für viele praktisch begabte Jugendliche sei das Handwerk die bessere Wahl - und die Betriebe könnten Jugendlichen mit hohen Zielen individuelle Karrierepläne anbieten. Die Handwerkskammern nennen in diesem Zusammenhang Berufe wie Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima, Elektroniker, Metallbauer oder Kfz-Mechatroniker.

Schlechte Berufsorientierung in der Schule

Das Handwerk vergibt die Hälfte seiner Ausbildungsplätze an Hauptschulabgänger und Realschulabsolventen - doch deren Zahl gehe zurück und die besseren Schüler haben alle ein Ziel: Abitur. Zudem sei die Berufsorientierung in der Schule unterentwickelt, viele verbleiben zunächst in schulischen Übergangssystemen. Doch Schwannecke merkt an, dass das ein handwerklicher Beruf sehr zufrieden machen könne: Viele frustrierte Studienaussteiger würden ins Handwerk wechseln und schwärmen danach von Ausbildung und Beruf. meh