Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf Augenoptikermeister dürfen Krankheitsverdacht äußern

Mit einem Urteil zur "Verdachtsdiagnose" stärkt das Verwaltungsgericht Düsseldorf die Fachkompetenz der Augenoptiker in Deutschland. Für die Branche bedeutet das ein hohes Maß an Verantwortung.

Augenoptiker schnitten beim Kundenmonitor 2015 auf Platz 1 ab. - © Foto: Carlos Santa Maria/fotolia

Das Urteil beruht auf einer abgewiesenen Klage eines Augenoptikers auf Erteilung einer Teil-Heilpraktikererlaubnis. Laut Angaben des Zentralverbands der Augenoptiker (ZVA) hat er sie beantragt, um dem Kunden nicht nur mitzuteilen, dass eine Augenauffälligkeit vorliegt, sondern auch eine konkrete Diagnose abzugeben.

Zwar wurde dem Augenoptiker die Heilpraktikererlaubnis nicht erteilt, dennoch fällt das Urteil zugunsten der Augenoptik aus. Demnach ist es der Branche nun erlaubt, ihren Kunden einen konkreten Verdacht bei Augenauffälligkeiten mitzuteilen. Laut Angaben des ZVA kann der Augenoptiker mit der so genannten Verdachtsdiagnose dem Kunden die Augenauffälligkeit benennen.

Wird beispielsweise anhand verschiedener Begutachtungen, der "Graue Star" entdeckt, kann der Augenoptiker den Verdacht auf die Krankheit konkret äußern, muss ihn aber zur endgültigen Diagnose und eventuellen Behandlung an einen Augenarzt verweisen. Der Augenarzt kann die Augen nun direkt auf Basis der Verdachtsdiagnose untersuchen und die notwendigen Schritte einleiten.

Verbesserte Kommunikation mit Kunden

Laut Angaben des Verbands wird mit dem Urteil die Dienstleistungskompetenz gestärkt. "Wohlwissend, dass der Augenarzt krankheitsbedingte Auffälligkeiten behandeln muss, macht das die Kommunikation zwischen Augenoptikern und ihren Kunden leichter", betont Thomas Truckenbrod, Präsident des ZVA.

Auf der anderen Seite bringe dieses Urteil aber auch eine Verpflichtung für die Augenoptik-Branche mit sich. "Um der Berechtigung willen, einen konkreten Krankheitsverdacht zu äußern, bedarf es einer hohen fachlichen Qualifikation", sagt Truckenbrod, der damit die Pflicht zur Weiterbildung unterstreicht. cle