Filialisten profitieren von Umsatzanstieg Augenoptiker verkaufen mehr Brillen

Die Augenoptiker haben im vergangenen Jahr um 200.000 (1,5 Prozent) Brillen mehr verkauft. Der Umsatz wuchs damit um 2,7 Prozent gegenüber 2013. Eine weitere Zahl verwundert allerdings.

Der Trend geht zur Zweitbrille: Die Augenoptiker verkaufen mehr Brillen trotz einer stagnierenden Zahl der Brillenträger. - © Colourbox.de

Die Augenoptiker haben im vergangenen Jahr 200.000 Brillen mehr verkauft als im Jahr 2013. Das ist eine Steigerung um 1,7 Prozent. Auch die Zahl der verkauften Brillengläser wuchs nochmals um 1,5 Prozent auf 35,89 Millionen. Ingesamt wuchs der Umsatz der stationären Augenoptiker um 2,7 Prozent auf 5,416 Milliarden Euro im Jahr 2014. Auch online wurden 650.000 Brillen verkauft. Das entspricht einem Umsatz von 21 Millionen Euro und einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das meldet der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA).

ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod (rechts) und ZVA-Geschäftsführer Jan Wetzel (Mitte) erläuterten bei der Jahrespressekonferenz des Zentralverbandes der Augenoptiker die aktuellen Branchenzahlen der Augenoptik. - © Foto: ZVA

Eine Zahl ist jedoch bei all den Zuwächsen gleich geblieben: die der Brillenträger. Demnach stagniert die Zahl laut einer Allensbach-Studie seit Beginn des Jahrtausends bei 40,1 Millionen Erwachsenen (ab 16 Jahre). Derzeit gebe es nur in der Altersgruppe der 21- bis 29-Jährigen ein Plus zu verzeichnen. 2014 trug fast jeder Dritte dieser Altersgruppe (32 Prozent) eine Brille.

Filialisten gewinnen weitere Marktanteile

Mit den wachsenden Brillenverkäufen setzt sich ein weiterer Trend fort. Immer weniger Brillen werden über inhabergeführte Fachgeschäfte verkauft. Das Plus kommt nach Informationen des ZVA vor allem durch die steigenden Stückzahlen bei Filialisten zustande. Damit bestätigt sich die Entwicklung, dass inhabergeführte Betriebe zugunsten der Filialisten Marktanteile verlieren. Durch die Verlagerung sei es auch zu Preisrückgängen beim Brillenkauf gekommen.

Ingesamt sind die Strukturdaten der Branche rückläufig. Die Zahl der Betriebe sank von 12.000 auf 11.950. Auch die Zahl der Beschäftigten sank um 200 auf 48.700. 6025 Lehrlinge lernen derzeit den Beruf. Auch diese Zahl ist geht zurück, obwohl laut einer Umfrage des ZVA dringend Fachkräfte benötigt werden. 61 Prozent der befragten Betriebe konnten im vergangenen Jahr freie Stellen nicht adäquat besetzen.

Nur sechs Prozent erwägen Brillenkauf im Internet

Neben dem Mangel an qualifiziertem Personal sehen sich die Betriebe auch zunehmend mit den Auswirkungen des Onlinehandels konfrontiert. Zwar gibt es laut 56 Prozent der Betriebe keine Zunahme an Kunden, die mit einer online gekauften Brille zur Anpassung, Korrektur oder Reparatur ins Geschäfts kommen. 64 Prozent der Befragten berichtet jedoch davon, dass Kunden gelegentlich die preisgünstigen Onlineangebote im Verkaufsgespräch erwähnen. Allerdings erwägen laut der Allensbach-Studie nur sechs Prozent der Befragten eventuell einen Brillenkauf im Internet.

Der Verband empfiehlt Betrieben, sich vor allem mit optometristischen Dienstleistungen gegenüber dem reinen Handel abzugrenzen. "Wir werden den Berufsstand langfristig im Handwerk weiterentwickeln", sagte ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod. fm