Anstieg gebremst - Aber keine Rückkehr zur Preisstabilität - Expertin: Inflationsspirale möglich Aufschwung und Energie treiben Verbraucherpreise in die Höhe

Getrieben vom Wirtschaftsaufschwung und gestiegenen Energiekosten sind die Verbraucherpreise im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum April verharrten die Lebenshaltungskosten aber auf dem gleichen Niveau, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf der Grundlage vorläufiger Berechnungen mitteilte.

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Aufschwung und Energie treiben Verbraucherpreise in die Höhe

Berlin/Wiesbaden (dapd). Getrieben vom Wirtschaftsaufschwung und gestiegenen Energiekosten sind die Verbraucherpreise im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum April verharrten die Lebenshaltungskosten aber auf dem gleichen Niveau, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf der Grundlage vorläufiger Berechnungen mitteilte. Die Jahresteuerung schwächte sich im Vergleich zum Vormonat etwas ab, liegt aber noch über der Marke, bis zu der die Europäische Zentralbank von Preisstabilität spricht.

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland wird im Mai 2011 voraussichtlich um 2,4 Prozent höher liegen als vor einem Jahr, wie die Statistiker weiter mitteilten. Im Vergleich zu April 2011 sinkt der Index demnach um voraussichtlich 0,2 Prozent.

Im Aufschwung ist ein Anziehen der Preise ganz normal, wie Sandra Schmidt vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erklärte. Die Nachfrage nach Rohstoffen und die zunehmende Auslastung der Fabriken seien dafür verantwortlich. Wenn die Arbeitnehmer nun wegen der steigenden Preise höhere Löhne durchsetzen könnten, dann könne es zu sogenannten Zweitrundeneffekten kommen: Die gestiegene Kaufkraft verstärke die Nachfrage, was wiederum zu mehr Inflation führe.

dapd