Der Wirtschaftsaufschwung hat positive Auswirkungen auf die Schwarzarbeit: Im Jahr 2010 ist die Schattenwirtschaft auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Auch für das laufende Jahr gibt es positive Prognosen.
Aufschwung reduziert Schwarzarbeit
Nach einer neuen Studie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) lag die Schattenwirtschaft im Jahr 2010 bei 347,6 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Stand seit 1995. Das hört sich positiv an, dennoch ist zu berücksichtigen, dass die Schwarzarbeit trotz des Rückgangs immer noch knapp 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachte.
Die Experten des IAW führen den Rückgang auf den beginnenden Wirtschaftsaufschwung zurück. Insbesondere in Deutschland - aber auch in vielen OECD-Ländern - hätten sich das Sozialprodukt sowie die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich besser entwickelt, als zu Beginn des Jahres 2010 abzusehen war. Dadurch ging in Deutschland die Schwarzarbeit im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2009 um 4,2 Milliarden Euro zurück.
Unter Schattenwirtschaft verstehen die Forscher um den Experten Friedrich Schreiber zum einen Schwarzarbeit, das heißt, Tätigkeiten, die auch legal ausgeübt werden könnten, die jedoch den öffentlichen Stellen nicht gemeldet werden, damit keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Hinzu kommt zum anderen die illegale Beschäftigung.
2011 weiterer Rückgang um 1,8 Milliarden Euro
Für das Jahr 2011 trifft das IAW in der Studie ebenfalls eine positive Prognose. In Folge der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung soll die Schattenwirtschaft in Deutschland um weitere 1,8 Milliarden Euro auf 345,8 Milliarden Euro zurückgehen. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresschnitt auf 2,95 Millionen zurückgeht und das BIP um zwei Prozent wächst. Dies alleine würde nach IAW-Berechnungen die Schattenwirtschaft um 2,95 Milliarden Euro vermindern. In die Berechnungen wurden ferner miteinbezogen, dass in der Zeitarbeitsbranche ein Mindestlohn von 6,65 Euro (Ostdeutschland) und 7,60 Euro (Westdeutschland) eingeführt wird. Das erhöhe die Schattenwirtschaft um 300 Millionen Euro.
Einen Einfluss auf die Schattenwirtschaft könnte laut IAW auch die ab 1. Mai 2011 geltende Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus acht mittel- und osteuropäischen EU-Staaten haben. In welchem Ausmaß könne noch nicht abgeschätzt werden.
Nicht nur in Deutschland, auch in den meisten anderen OECD-Ländern ist die Schattenwirtschaft im Jahr 2010 gesunken. Aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs in den meisten Ländern, rechnen die IAW-Experten auch 2011 mit einem weiteren Rückgang. Durchschnittlich erreiche sie einen Wert von 13,4 Prozent und ist damit auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der 1990er Jahre.
pc