KfW-Mittelstandspanel Aufschwung ja, Investitionen nein: Was den Mittelstand bremst

Das KfW-Mittelstandspanel zeigt: Die finanzielle Basis wäre vielfach vorhanden – und trotzdem verschieben viele Betriebe geplante Investitionen. Was sie zurückhält.

Mittelständische Unternehmen halten sich trotz Wirtschaftsaufschwung bei Investitionen derzeit zurück – zum Beispiel bei Maschinenparks. - © SUL - stock.adobe.com

Viele mittelständische Unternehmen halten sich trotz besserer allgemeiner Wachstumsaussichten mit ihren Investitionen zurück. "Obwohl der Aufschwung da ist, sehen wir bei den Investitionen noch keine echte Dynamik nach oben", sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher mit Blick auf die Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels. Dabei seien die Mittelständler im Schnitt wirtschaftlich gut aufgestellt. Ausnahmen gebe es bei Kleinstunternehmen. Befragt wurden Unternehmen bis zu einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro in der Zeit von Februar bis Juli 2026.

Hohe Energie- und Materialkosten sind nur ein Hemmnis

Wie Schumacher weiter sagte, gaben viele Unternehmen nach einer Sonderumfrage der KfW im September an, für dieses Jahr geplante Investitionen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Als Grund für ihre Investitionszurückhaltung nannten die befragten Unternehmen die hohen Preise für Energie, Material und Löhne, bürokratische Lasten sowie die Verunsicherung über die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Höhere Zinsen spielten angesichts einer im Schnitt guten Eigenkapitalausstattung eine geringere Rolle.

KfW-Chefvolkswirt: Finanzielle Basis für Investitionen ist da

Insgesamt erwartet Schumacher für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent und für das kommende Jahr von 1,5 Prozent. Nach sechs bis sieben Jahren der Stagnation sei dies eine recht solide Zahl. Damit daraus aber ein langanhaltender Aufschwung zustande komme, müssten die Investitionen stärker als bisher anspringen. Die finanzielle Ausgangslage ist nach den Ergebnissen des Mittelstandspanels gegeben.

Ertragslage bei kleinen Unternehmen schlechter

Zwar sind laut Umfrage die Umsätze der Mittelständler 2025 im Schnitt nur um 1,5 Prozent auf 5,3 Billionen Euro gestiegen – preisbereinigt sogar um 1,5 Prozent gesunken – allerdings sind die Gewinnmargen nach Angaben der KfW um 0,5 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent gestiegen. "Das heißt pro ein Euro Umsatz bleiben 7,5 Cent an Gewinn hängen", sagte Schumacher. Weiter hieß es jedoch, dass sich mit Blick auf die ganz kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten durch die anhaltende Umsatzschwäche ein Rückgang der Gewinnmargen zu verzeichnen lässt.

Geringere Eigenkapitalreserven bei Bau und Handel

Insgesamt lag die durchschnittliche Eigenkapitalquote 2025 unverändert bei 30,7 Prozent. Allerdings gibt es nach Angaben der KfW große Unterschiede. "Die Eigenkapitalquote der kleinen Unternehmen sank stark, auch im Handel und im Bau erhalten die Eigenkapitalreserven einen Dämpfer". Mit Blick auf das Jahr 2026 rechnet die KfW mit keiner deutlichen Verbesserung der Eigenkapitalsituation im Mittelstand, aber auch mit keiner deutlichen Verschlechterung.