Handwerkswirtschaft: Starker Umsatzanstieg
Aufschwung beschleunigt sich
Im Handwerk hat sich nach dem Jahreswechsel 2010/11 der konjunkturelle Aufschwung fortgesetzt. Das günstige gesamtwirtschaftliche Umfeld macht sich mittlerweile in nahezu allen Branchen bemerkbar. Gleichzeitig fielen die üblichen saisonalen Bremseffekte dank des eher mäßigen Winters recht verhalten aus. Vor diesem Hintergrund war die Stimmung in den Betrieben nach wie vor sehr optimistisch. Der Geschäftsklimaindex erreichte für das 1. Quartal 2011 mit 86 Punkten einen rekordverdächtigen Wert (Vorjahresquartal: 72 Punkte).
Die Beschäftigung war im Berichtszeitraum von zwei gegenläufigen Faktoren geprägt. Zum einen führte der alljährliche Saisonabschwung zu vorübergehenden Entlassungen, die sich aber wegen des moderaten Winterwetters in engen Grenzen hielten. Zum anderen zeigte die anhaltende Konjunkturerholung eine positive Wirkung auf die Personalentwicklung. Viele Branchen konnten ihre Mitarbeiterzahl stabilisieren. In einigen Handwerkszweigen waren bereits beschäftigungswirksame Effekte zu beobachten. Ende des 1. Quartals 2011 war der Personalbestand knapp ein Prozent höher als vor einem Jahr.
Die Auslastung nahm erwartungsgemäß gegenüber dem Vorquartal saisonbedingt von 78 auf 73 Prozent ab. Der Rückgang fiel aufgrund der relativ geringen Produktionsbehinderungen im Baugewerbe verhalten aus. Im Vergleich zum Vorjahresstand ergab sich - infolge der konjunkturellen Belebung und eines Basiseffektes - ein Anstieg von sechs Prozentpunkten.
Die Nachfrage zeigte sich zu Jahresanfang - trotz saisonaler Dämpfungseffekte - sehr robust. Der konjunkturelle Aufwärtstrend ist unverändert intakt und hat sich inzwischen in nahezu allen Branchen etabliert. Insbesondere die Zulieferer verzeichneten wieder ein beachtliches Auftragsplus und konnten damit nahtlos an die Aufholjagd des letzten Jahres anschließen. Positiv entwickelte sich der Ordereingang auch im Wohnungs- und im Wirtschaftsbau. Das Kraftfahrzeuggewerbe profitierte von dem anhaltenden Erholungskurs auf dem Neuwagenmarkt. Im Gesamthandwerk lag der Auftragsbestand zum Quartalsende bei 1,6 Monaten und hat das Vorjahresniveau (1,2 Monate) wieder signifikant übertroffen.
Die Umsätze im Berichtsquartal sind gegenüber dem Schlussquartal 2010 aus saisonalen Gründen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte das Handwerk aber eine außergewöhnlich starke, zweistellige Zuwachsrate verbuchen. Für diesen extrem hohen Anstieg waren vor allem Basiseffekte im Bau- und im Kraftfahrzeuggewerbe sowie bei den Zulieferern verantwortlich. Zudem profitierte die Baubranche von der relativ günstigen Witterung, so dass die im Dezember 2010 unterbrochenen Arbeiten nun fortgeführt werden konnten.
Die Investitionstätigkeit der Betriebe hat sich zuletzt jahreszeitlich bedingt etwas abgeschwächt. Die Grundtendenz zeigt aber unverändert nach oben. So lagen die Ausgaben für Ausrüstungsgüter und Baumaßnahmen erneut deutlich über dem Vorjahreswert.