Filmkulisse Handwerk Auf Verbrecherjagd im Metallbaubetrieb

Für den neuen "Wolfsland"-Krimi hat sich das Filmteam eine ungewöhnliche Kulisse ausgesucht: Eine Werkhalle der Stahl- und Metallbau Weiner GmbH in Görlitz verwandelte sich kurzerhand in einen Drehort, mit allem, was dazugehört. Zwischen Funkenflug und echten Schweißarbeiten stand plötzlich auch Seniorchef Jürgen Weiner im Rampenlicht.

Yvonne Catterfeld und Götz Schubert mit Mitarbeitern der Görlitzer Stahl- und Metallbau Weiner GmbH.
Wenn das Firmengelände zum Drehort wird: Yvonne Catterfeld und Götz Schubert mit Mitarbeitern der Görlitzer Stahl- und Metallbau Weiner GmbH. Seniorchef Knut-Heinz Weiner (rechts im Bild) hofft, dass seine Szene es in den fertigen Film schafft. - © Stahl- und Metallbau Weiner GmbH

Für gewöhnlich wird in der Werkhalle der Stahl- und Metallbau Weiner GmbH geschweißt, gebohrt und montiert. Doch an einem besonderen Tag herrschte dort kein üblicher Arbeitslärm, sondern Film-Action: Das Produktionsteam der beliebten ARD-­Krimiserie "Wolfsland" rückte mit Kameras, Lichttechnik und Catering-LKWs an, um in der traditionsreichen Halle Szenen für den neuen Fall mit Yvonne Catterfeld und Götz Schubert zu drehen.

Authentische Kulisse

"Das war schon ein außergewöhnliches Erlebnis", erzählt Firmenmitarbeiterin Marlen Mager, die die Dreharbeiten vor Ort begleitet hat. Das Filmteam suchte für die neue Folge eine authentische Kulisse, in der wortwörtlich die Funken fliegen. Fündig wurde es in Ludwigsdorf, einem Ortsteil von Görlitz, auf dem Gelände des Familienunternehmens, das bereits seit 1892 besteht und heute von Marcus Weiner, Schweißfachingenieur und Betriebswirt, in sechster Generation geführt wird. "Unsere alte Werkhalle aus den 1960er-Jahren passte perfekt – sie hat Geschichte und Charakter", berichtet Christine Weiner. Vier Mitarbeiter wirkten aktiv beim Dreh mit und zeigten vor laufender Kamera echtes Handwerk: Sie schweißten, sägten und stanzten, während die Schauspieler durch die Szene liefen. Besonders stolz war das Team, dass auch Seniorchef Knut-Heinz Weiner eine kleine Sprechrolle ergatterte. "Wir hoffen natürlich, dass seine Szene es in den fertigen Film schafft", fügt sie hinzu.

Interessierte Hauptdarsteller

Für viele war es ein besonderer Moment, den Hauptdarstellern persönlich zu begegnen. "Yvonne Catterfeld war sehr freundlich und aufgeschlossen. Zwischen den Aufnahmen hat sie sich sogar die Namen der Kollegen am Set gemerkt", erzählt Marlen Mager. "Als das Gruppenfoto gemacht wurde, sagte sie: ‚Der Kollege fehlt doch noch!‘ – das war richtig sympathisch." Auch Götz Schubert zeigte Interesse am Betrieb und ließ sich das Firmengelände erklären. Während die Dreharbeiten für den Krimi liefen, stand die Arbeit im Betrieb still – doch Langeweile kam keine auf. "Wir haben beobachtet, wie viel Technik und Aufwand hinter einer Filmszene steckt", so Marlen Mager.

Engagierte Nachwuchsförderung

Die Stahl- und Metallbau Weiner GmbH ist ein echtes Görlitzer Traditionsunternehmen. Seit über 130 Jahren entstehen hier Metallkonstruktionen, Treppen, Balkonanlagen und Stahlbauten für Kunden weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus. Zu den Projekten zählen unter anderem die Naturbrücke im Tierpark Görlitz, aber auch kunstvolle Einzelstücke wie der Davidstern für das Kulturforum Görlitzer Synagoge.

Mit rund 20 Mitarbeitern und engagierter Nachwuchsförderung bleibt der Betrieb fest in der Region verwurzelt. Für seine Innovationskraft wurde er 2021 mit dem 3. Preis des "Zukunftspreises – Handwerksbetrieb des Jahres" der Handwerkskammer Dresden ausgezeichnet und dieses Jahr für die erfolgreiche Unternehmensnachfolge mit dem "Sächsischen Meilenstein" nominiert.

Der Drehtag bleibt allen Beteiligten in lebhafter Erinnerung – nicht nur wegen der prominenten Gäste, sondern auch, weil er gezeigt hat, wie spannend Handwerk auf der großen Leinwand wirken kann. "Wir sind gespannt auf den fertigen Film", sagt Marlen Mager. Der neue "Wolfsland"-Fall soll im Herbst 2026 ausgestrahlt werden. Bis dahin fliegen in der Werkhalle in Görlitz-Ludwigsdorf wieder die echten Funken – beim Arbeiten, nicht beim Drehen.