Flusskreuzfahrten: Bei der wohl bequemsten Art zu reisen, gibt es viel zu entdecken. Von Christine Heilmannseder

Auf der schönen blauen Donau
Gleich zu Beginn muss man eines klarstellen. Die Donau war und ist nachweislich an keiner Stelle blau. Ob wirklich Johann Strauß dafür verantwortlich ist, dass sie so bezeichnet wird, ist auch umstritten. Wobei natürlich "an der schönen braunen Donau" auch nicht sehr einladend klingt. Angeblich nennt man sie im Balkan "weiß" und in Ungarn "blond", aber für den Reim im Lied ist das jedoch auch nicht besonders gut geeignet.
Dafür ist das Schiff blau! Und das ist doch richtig passend für ein Flusskreuzfahrtschiff auf der Donau.
Es ist schon sehr erholsam, wenn man auf der TUI Maxima eine knappe Woche auf der Donau unterwegs ist, rundum versorgt und verwöhnt wird und dazu noch jede Menge Ausflugsmöglichkeiten hat. Zugegeben ist der Beginn einer Flusskreuzfahrt für viele noch recht aufregend, denn schon bei der Bahnanreise muss man ja oftmals mit Verspätungen oder anderen Ärgernissen rechnen. Und wenn das Aussteigen aus dem total überfüllten Zubringerbus zum Schiff recht langsam und beschwerlich vonstatten geht, kann bei dem einen oder anderen Kreuzfahrer in spe schon mal die Panik ausbrechen.
Sind letztendlich doch alle an Bord und warten in der Lounge noch auf das Einchecken, würde ein Begrüßungscocktail bestimmt viele Gemüter wieder beruhigen. Und wegen der „Blockabfertigung“ trauen sich auch manche nicht, beim Kellner etwas zu bestellen.
Mehr Kritikpunkte waren allerdings auf der gesamten Reise nicht zu finden. In allen Bereichen wird berücksichtigt, dass es sich bei den Kreuzfahrern um eine nicht mehr ganz junge Klientel handelt. Über die Bordlautsprecher werden die Gäste einfühlsam und für alle verständlich über die Tagesabläufe informiert. Auch über die Sehenswürdigkeiten kann man so im Vorfeld schon einiges erfahren, denn jedem Kreuzfahrer bleibt es natürlich selbst überlassen, ob er nur das gemächliche Dahingleiten genießen möchte oder sich den Ausflügen anschließt, die während der Stopps angeboten werden. Auch hier gibt es gute Informationen, ob die Touren beispielsweise auch für Gehbehinderte geeignet sind. Für diejenigen, die weder ausruhen noch die geführte Tour mitmachen möchten, bleibt noch die Erkundung auf eigene Faust – auch hierzu gibt es nützliche Tipps und Informationen von der Reiseleitung.
So lässt sich beispielsweise Bratislava gut im Alleingang erkunden, die Anlegestelle liegt nur einen Steinwurf von der Fußgängerzone entfernt. Auch in Budapest empfiehlt sich derzeit ein individueller Ausflug zu Fuß: Es sind nur etwa zehn Minuten bis zur angeblich längsten Fußgängerzone der Welt. Im Bus erfährt man zwar recht viel , durch den U-Bahn-Bau kommt man aber nicht sehr weit. Unbedingt zu empfehlen ist deshalb die Lichterrundfahrt ab 21 Uhr, weil sich da nicht nur der Verkehr beruhigt hat, weil man da einen besonderen Eindruck von Budapest bekommt.
Lediglich ein Ausflug ist im Reiseprogramm inbegriffen: Stadtrundgang bzw. -fahrt in Bratislava. Ein Entdeckerpaket mit je einer Stadtrundfahrt in Wien und Budapest sowie ein Ausflug zum Stift Melk ist im Reisebüro vorab zubuchbar. Der Besuch der Basilika Esztergom, Fahrt nach Schloss Schönbrunn mit Apfelstrudelshow, Wien bei Nacht, ein Abend mit Wiener Melodien oder eine Fiakerfahrt sind fakultativ ebenso an Bord buchbar wie die Lichterrundfahrt durch Budapest. Hervorzuheben ist das vielseitige und sehr schmackhafte, aber durchaus leichte Essen. Gerade am Abend sind die anwesenden Gäste dankbar, wenn sie trotz mehrgängigem Dinner noch gut schlafen können. Auch kommt es vielen Reisenden entgegen, dass die Ausflüge so gelegt werden, dass alle Mahlzeiten auf dem Schiff eingenommen werden können. Ob man an den gelegentlichen Abendunterhaltungen in der Lounge teilnehmen möchte, bleibt jedem Gast selbst überlassen. Der Bordmusiker trifft auch den Geschmack vieler Gäste, doch den letzten Abend, an dem ein Teil der Crew zeigt, wozu sie außer ihrem Job, den sie alle sehr gut machen, noch fähig sind, sollte man auf keinen Fall versäumen. Er ist ebenso kurzweilig wie die gesamte Donau-Flusskreuzfahrt.
Informationen und Buchung in jedem guten Reisebüro oder unter tui.de