Grund ist die Veröffentlichung eines Gutachtens Attac-Büro wegen BayernLB-Gutachten durchsucht

Die Staatsanwaltschaft München hat am Donnerstag das Bundesbüro des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac in Frankfurt durchsucht. Grund sei die Veröffentlichung eines Gutachtens zum Milliardendebakel der BayernLB gewesen, teilte Attac-Aktivistin Jutta Sundermann mit.

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Attac-Büro wegen BayernLB-Gutachten durchsucht

Frankfurt/München (dapd-hes). Die Staatsanwaltschaft München hat am Donnerstag das Bundesbüro des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac in Frankfurt durchsucht. Grund sei die Veröffentlichung eines Gutachtens zum Milliardendebakel der BayernLB gewesen, teilte Attac-Aktivistin Jutta Sundermann mit. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München bestätigte auf Nachfrage, dass Attac-Räume wegen des Verdachts der Urheberrechtsverletzung durchsucht worden seien.

Das im Auftrag des bayerischen Landtags erarbeitete Gutachten der Anwaltskanzlei Flick Gocke Schaumburg befasst sich mit den Fehlspekulationen der BayernLB auf dem US-Hypothekenmarkt, die der Bank 2008 gut fünf Milliarden Euro Verlust beschert hatten. Die Expertise kommt zu dem Schluss, dass frühere Vorstände und Verwaltungsräte dafür haftbar gemacht werden können.

Das Gutachten wurde allerdings nie vollständig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Attac hatte es im November auf seiner Homepage veröffentlicht.

Sundermann sagte, das als geheim eingestufte Dokument enthalte zahlreiche brisante Aussagen und benenne klare Pflichtverletzungen der Verantwortlichen bei der BayernLB, unter ihnen mehrere ehemalige Mitglieder der bayerischen Landesregierung. "Diese Informationen gehören an die Öffentlichkeit."

dapd