Atomstrom ist nicht billig

Zu „Die Energiewende ist möglich“, DHZ-Ausgabe Nr. 7 vom 1. April 2011

Atomstrom ist nicht billig

Man konnte an einen Aprilscherz glauben, als ich den Leitartikel in der DHZ las. Dort behauptete der Leitartikler, mit der Atomenergie falle die preiswerteste Stromquelle weg. Das kann man keinesfalls so stehen lassen. Die AKWs sind die teuerste, umstrittenste und gefährlichste Art der Stromproduktion. Die teuerste, weil sie über Jahre mit Steuermilliarden subventioniert wurde und über Rückstellungen u.Ä. noch wird. Die Castor-Transporte für abgebrannte Brennstäbe ins Zwischenlager sind nur mit massiver Polizeipräsenz durchzuführen, die enormen Kosten trägt der Steuerzahler. Das marode Endlager Asse muss entrümpelt werden, die Kosten von ca. 3,5 Milliarden Euro werden dem Steuerzahler aufgebrummt. Suche und Erkundung neuer Lagerstätten mit ungewissem Ausgang, dafür muss auch der Steuerzahler aufkommen. Abriss und Entrümpelung des Schrotts sollten nicht unerwähnt bleiben. Die umstrittenste, weil von der Mehrheit der Bürger abgelehnt und weil die Überzeugungen der Atomgemeinde mit den schlagenden Argumenten der Bereitschaftspolizei unters Volk zu bringen waren. Die gefährlichste, weil das Risiko bei Kindern, an Leukämie zu erkranken, im Dunstkreis der AKWs mehr als doppelt so hoch ist wie normal. Der Atommüll muss für Jahrtausende sicher gelagert werden. Wer kann das eigentlich verantworten? Christian Böhle,
Schlossermeister, Bad Arolsen-Massenhausen