Vor dem Krisen-Treffen der Euro-Staaten hat die griechische Regierung neue Vorschläge für einen Weg aus der Schuldenkrise erarbeitet. Ohne eine Einigung droht Griechenland die Staatspleite.
Laut einem Sprecher der griechischen Regierung habe Ministerpräsident Alexis Tsipras Ideen für die geforderten Sparmaßnahmen vorgelegt. Diese habe er in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dargelegt. Von Seiten der EU heißt es hingegen, dass schriftlich bislang keine entsprechenden Vorschläge eingetroffen sind .
Das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland läuft Ende des Monats aus. Ohne eine erneute Einigung droht der griechische Staat Pleite zu gehen. Am Montag wollen zunächst die Finanzminister der Eurozone zusammenkommen. Am Abend werde es ein Treffen der Staats- und Regierungschefs geben. Im Gespräch ist eine Auszahlung von Hilfen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro .
Die Geister scheiden sich
Kaum noch Möglichkeiten für weitere Zugeständnisse an das Land sah EU-Kommissar Günther Oettinger. In der ZDF-Sendung "Berlin direkt" sagt er, dass die Spielräume "weitgehend ausgereizt" seien. Allgemein seien die Länder der Eurozone aber sehr flexibel hinsichtlich der notwendigen Einsparungen in Griechenland .
Nach Ansicht von Italiens Ministerpräsident Renzi sind jedoch "alle Voraussetzungen für eine Einigung mit Griechenland" gegeben. Hollande hob die Dringlichkeit der Gespräche hervor, gab allerdings zu, dass er "weder optimistisch noch pessimistisch" sei.
Im Streit um das Sparprogramm gehe es nach Angaben aus Athen noch um zusätzliche Einsparungen in Höhe von 450 Millionen Euro. Diese seien die Bedingung für die Auszahlung weiterer Hilfen. Laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" werden von Brüssel jährliche Einsparungen oder Mehreinnahmen in Höhe von 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung gefordert. In Athen gingen erneut tausende Demonstranten auf die Straße und forderten ein Ende der Sparpolitik. dpa
