Hilfe für Azubis Assistierte Ausbildung: Modellprojekt gilt bald bundesweit

Vom Ausbildungsjahr 2015/2016 an soll es bundesweit das Modell der assistierten Ausbildung geben.

Karin Birk

Chef und Auszubildender: Nicht immer klappt die Lehre so reibungslos. Die assistierte Ausbildung hilft dabei. - © Foto: auremar/Fotolia

Das Problem ist bekannt: Obwohl es im Handwerk viele unbesetzte Lehrstellen gibt, finden förderbedürftige Jugendliche oft keine Ausbildungsstelle oder sie brechen ihre Ausbildung allzu oft ab.

Dass es auch anders geht, haben die Erfahrungen in verschiedenen Modellregionen wie etwa in Baden-Württemberg gezeigt. Anstatt "schwierige" Jugendliche in immer neuen Warteschleifen zu parken, kümmern sich dort Bildungsträger, Jobcenter und Handwerkskammern gemeinsam um die jungen Leute.

Wenn alles nach Plan läuft, soll die Idee der "assistierten Ausbildun g" von Mai 2015 an auch bundesweit umgesetzt werden. Ende dieses Monats muss jetzt noch der Bundesrat zustimmen.

Der Dritte im Bunde: Der Bildungsträger

Dann können die Jobcenter überall in Deutschland lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche direkt an einen Bildungsträger weiterleiten. Deren Mitarbeiter finden dann mit den Jugendlichen erst einmal heraus, was sie wirklich interessiert. Wo sie Stärken haben, welche Berufe überhaupt passen und wo es Praktika gibt. Sollte daraus – auch mithilfe der Handwerkskammern – ein Ausbildungsverhältnis entstehen, ist das aber erst die halbe Miete.

Auch während der ganzen Ausbildung bleibt der Assistent Ansprechpartner für Betrieb und Auszubildenden. Er hält den Kontakt. Er erkennt Probleme rechtzeitig. Er hilft, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.

Für Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, ist der Ansatz bestechend: "Mit dem neuen Instrument der assistierten Ausbildung können förderbedürftige Jugendliche ebenso unterstützt werden wie ihre Ausbildungsbetriebe."

In der Regel wird es vor Ort einen engen Kontakt zu den Kammern geben, um interessierte Betriebe einzuwerben. Gleichzeitig könnten sich auch Betriebe an ihre Kammern oder Arbeitsagenturen wenden.

Bis zu 10.000 Jugendliche sollen nach den Schätzungen so gefördert werden. "Dies soll auch jungen Leuten, die bisher nur außerbetrieblich ausgebildet werden konnten, neue betriebliche Perspektiven geben", heißt es im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin.

Mehr betriebliche und weniger außerbetriebliche Ausbildung

Bei der Förderung wird die assistierte Ausbildung von den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern nach dem Vergaberecht eingekauft und von regionalen Bildungsträgern – dem so genannten "dritten Bildungspartner" – durchgeführt. Finanziert wird das Ganze über die Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise die Jobcenter. Förderungsfähig ist nach den ­Angaben der Bundesagentur für Arbeit jedes Unternehmen, das einen Jugendlichen in die betriebliche Ausbildung nehmen möchte oder schon übernommen hat.

Die Idee der bundesweiten assistierten Ausbildung soll jetzt in vier Jahrgängen bis zum Jahr 2021 erprobt werden.

Viele Informationen bekommen Auszubildende und Ausbilder unter dhz.net/azubi.>>>