Deutschland gerät immer stärker in einen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Bundeskanzlerin Merkel fordert deshalb mehr Tempo bei der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen.
Asien hat Deutschland überholt
Die asiatischen Länder seien im Bemühen um ausländische Arbeitskräfte weiter als Deutschland, sagte Merkel. "Wir müssen gucken, dass wir am Wettbewerb um die besten Köpfe auch teilnehmen können". Wer Wohlstand für alle wolle, müsse sich um ausländische Fachkräfte bemühen, forderte die CDU-Vorsitzende und rief gleichzeitig ihre Partei dazu auf, auf die Migranten aktiv zuzugehen.
Merkel sagte, Deutschland brauche eine Debatte über die Integration, und zwar eine "mit Maß und Mitte". Das bedeute, "wir schauen nicht nach Übertreibungen, aber wir benennen die Fakten auch beim Namen und kehren die Probleme nicht unter den Tisch."
Länder sind in der Pflicht
Da die Anerkennung von Berufsabschlüssen grundsätzlich Ländersache ist, forderte die Bundeskanzlerin, dass die Bundesländer bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse endlich aktiv werden müssten. Die Dringlichkeit werde in den Ländern oft nicht gesehen, sagte Merkel. Hier sei mehr Verbindlichkeit nötig, um den Prozess auf eine breite Basis zu stellen. Dann lobte sie die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer (CDU), der es immer wieder gelinge, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen.
Um den Fachkräftemangel nachhaltig zu bekämpfen, mahnte die Kanzlerin zudem, mit Vorurteilen aufräumen. "Wir haben nicht zu viel Islam in Deutschland, vielleicht haben wir zu wenig Bewusstsein über das Christentum", sagte Merkel. Sie forderte die Kirchen auf, den Dialog mit dem Islam immer wieder zu suchen.
dapd