Software für mehr Ruhe Arbeitsschutz: So kann Lärm im Büro vermieden werden

Am Arbeitsplatz gibt es verschiedene Störfaktoren, die die Konzentration und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter einschränken können. Abhilfe kann eine kostenfreie Software schaffen.

Kopierer im Büro gehören zu den Störfaktoren. Durch die Software "Auralisation zur Planung von Büroräumen" können solche Störfaktoren vermieden werden. - © Foto: leno2010/fotolia

Die zunehmende Technisierung von Büroarbeitsplätzen der vergangenen Jahre hat nicht nur zu erhöhter Produktivität, sondern auch zu mentalen Beanspruchungen und erhöhten Anforderungen an das Arbeitsumfeld geführt. Vor allem dessen schalltechnische Qualität ist hier besonders betroffen.

Unerwünschte Geräusche, die durch Umweltlärm, gebäudetechnische Einrichtungen oder IT-Geräte verursacht werden,  stellen eine wesentliche Belastung bei der Büroarbeit dar. Diese Belastungen können allerdings durch eine frühzeitige Berücksichtigung von Schallschutz und Raumakustik bei der Planung von Büroräumen minimiert werden.

Heutzutage wird bei der Konzeption von Büroräumen ergänzend zum Modellbau in zunehmendem Maße die rechentechnische Visualisierung der geplanten Räumlichkeiten eingesetzt. Dabei ist es möglich, das zu errichtende Gebäude und dessen Räume noch vor Baubeginn virtuell zu begehen .

Auralisation als Software

Bei der Simulation von Räumen wird meistens nur der visuelle Aspekt betont. Fragen nach "Wie klingt der Raum?" oder "Wieviel Störgeräusche von der Straße oder aus lauten Fertigungsbereichen dringen an den zukünftigen Arbeitsplatz?" werden über Rechenwerte ermittelt, aber nicht über eine akustische Präsentation.

Zur Beantwortung dieser Fragen dienen Auralisationen. Mit den eigenen Sinnen kann man die subjektive Wirkung lärmmindernder Maßnahmen erfahren. Dem Hörer werden die Vorteile einer bewussten akustischen Gestaltung und Fachplanung der Arbeitsplatzumgebung "vor Ohren" geführt.

In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wurden durch das Institut für Rundfunktechnik (IRT) die Software zur Planung von Büroräumen entwickelt, die von einem PC mit einem aktuellen Internet-Browser wiedergegeben werden können.

Die vorliegenden Auralisationen wenden sich an Architekten, Bauingenieure und Bauherren sowie Planer und Betreiber von Büroräumen und -arbeitsplätzen. Zahlreiche Schallquellen vom Druckergeräusch über Telefongespräche bis zu Gehgeräuschen sind aufgezeichnet  und entsprechend mehrerer "Drehbücher" bei der raumakustischen Simulation realistischer Audioszenen genutzt worden.

Software für unterschiedliche Themenbereiche

Für die Computersimulation der Schallfelder und die Auralisierung kam das im IRT entwickelte Programm AUVIS (Auralisation Virtueller Studios) zum Einsatz, welches sich bisher insbesondere bei der Planung von Tonregieräumen bewährt hat.

Die Hörbeispiele sind unterteilt in die Themenbereiche 1-Personen-Büro, 3-Personen-Büro und Großraumbüro. Am 1-Personen-Büro wird unterschiedlicher Schallschutz zu den angrenzenden Räumen und zum Außenbereich (Verkehrslärm) vorgeführt. Der Einfluss der raumakustischen Absorption, der Anordnung der Arbeitsplätze sowie die Wirkung von Schallschutz-Blenden werden am Beispiel des 3-Personen-Büros demonstriert. Im Großraumbüro wird der Einfluss der Arbeitsplatzanordnung, die Verteilung der Absorption im Raum, die Wirkung von verschiedenen Glasabtrennungen und Möblierungen sowie die Wirkung von Schall absorbierenden Büromöbeln vorgeführt.

Das Programm und die Anleitung zur Software stehen auf der Webseite der BAuA kostenfrei zur Verfügung. Auch die Anleitung steht dort als kostenfreier PDF-Download bereit. dhz