Sicherheitsstudie Arbeitsschutz macht auch betriebswirtschaftlich Sinn

Unternehmen profitieren von Investitionen in den Arbeitsschutz. Im Schnitt kommt auf einen Euro, der in den Arbeitsschutz gesteckt wurde, mehr als das Doppelte an Gewinn. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die in 16 Ländern Investitionen in Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit untersucht hat. Lohnen könnten sich Maßnahmen des Arbeitsschutzes auch für Firmen, die bisher wenig Erfahrung damit gemacht haben.

Investitionen in den Arbeitsschutz lohnen sich für Firmen - auch finanziell. - © Kzenon (Fotolia)

Arbeitsschutz macht für Firmen auch betriebswirtschaftlich Sinn, die Investitionen schlagen sich im Gewinn wider. Das ergibt sich aus einer Studie der Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM).

Die befragten Unternehmen erzielten insgesamt einen "Return on Prevention" (ROP) in Höhe von 2,2. Das bedeutet, dass jeder Euro, den ein Unternehmen in betriebliche Präventionsarbeit investiert, sich in einem ökonomischen Erfolgspotenzial von 2,2 Euro auszahlt. Für die Studie befragten Wissenschaftler in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 300 Unternehmen in 16 Ländern nach ihrer Einschätzung der betriebswirtschaftlichen Vor- und Nachteile von Ausgaben für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb.

Große Unterschiede bei den gesetzlichen Vorgaben

Da sich die Vorschriften zum Arbeitsschutz und die wirtschaftlichen Bedingungen weltweit teilweise erheblich unterscheiden, sei es sinnvoll gewesen zu schauen, ob sich Investitionen in den Arbeitsschutz für Unternehmen generell rentieren, erklärt Dietmar Bräunig von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er begleitete zusammen mit Thomas Kohstall vom Institut für Arbeit und Gesundheit der DGUV das Forschungsprojekt.

Bräunig betont, dass es ich bei dem ermittelten ROP um einen Mittelwerte handle. "Was das einzelne Unternehmen tatsächlich zurückbekommt, hängt natürlich auch von der wirtschaftlichen Situation und den Marktbedingungen ab."

Verbessertes Image wirkt sich positiv aus

Die Studie basiert auf standardisierten Interviews. Dabei zeigte sich zusätzlich, dass vor allem die mit dem Arbeitsschutz verbundene Verbesserung des Images in der Öffentlichkeit und der Betriebskultur, eine gestiegene Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten sowie die Reduzierung von Ausfallzeiten und Betriebsstörungen von Bedeutung sind.

"Für die gewählte Methode der Präventionsbilanzierung war es wichtig, dass die befragten Unternehmen über ausreichend Erfahrung in und mit betrieblicher Präventionsarbeit verfügen", sagt Kohstall. "Das legt den Schluss nahe, dass sich Investitionen in den Arbeitsschutz für Betriebe mit wenig Erfahrung in diesem Bereich eher noch mehr rentieren würden." dhz