Deutscher Gewerkschaftsbund Arbeitslosigkeit steigt unter Jungen und Älteren rasant

Der Verlust des Arbeitsplatzes trifft Jüngere wie Ältere derzeit härter als die Erwerbstätigen insgesamt. Ihre Arbeitslosigkeit stieg im Mai 2009 mehr als dreimal so stark an wie die Arbeitslosigkeit insgesamt, ergab eine Analyse des DGB.

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Arbeitslosigkeit steigt unter Jungen und Älteren rasant

Im Vergleich zum Mai vergangenen Jahres habe sich die allgemeine Arbeitslosigkeit um 5,3 Prozent erhöht, bei den Jüngeren (15 bis 24 Jahre) um 16,1 Prozent und bei den Älteren (über 55 Jahre) sogar um 17,3 Prozent.

Laut DGB stehen die sich für beide Altersgruppen nachhaltig verschlechternden Arbeitsmarktchancen im Widerspruch zu der von Politik und Wirtschaft geforderten längeren Lebensarbeitszeit. Die Älteren verlören ihren Job, obwohl sie in einer alternden Gesellschaft angeblich länger im Arbeitsleben gebraucht werden. Doch in der Krise trennten sich die Unternehmen schnell von Beschäftigten, die aus ihrer Sicht weniger leisten können. Da Vorruhestandsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren abgebaut wurden, werden ältere Beschäftigte zunehmend arbeitslos.

Die Jüngeren würden arbeitslos, so der DGB, weil sie nur befristet oder in Leiharbeit beschäftigt sind und ihre Verträge auslaufen. Oftmals hätten sie zu kurz gearbeitet, um Arbeitslosengeld beziehen zu können und/oder zu wenig verdient und müssten direkt "Hartz IV"-Leistungen beantragen.

Demgegenüber teilte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit, dass die Situation von Älteren auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren besser geworden sei. Sie sei zwar "immer noch alles andere als rosig, hat sich aber in den letzten Jahren verbessert", heißt es in einer IAB-Studie. So habe sich die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-jährigen in Deutschland von 1998 bis 2008 merklich erhöht. Sie übertreffe nun mit 53,8 Prozent das im Jahr 2000 in Lissabon vereinbarte EU-Ziel von 50 Prozent für 2010. Günstig entwickelt habe sich in Deutschland vor allem die Beschäftigungsquote der 55- bis 59-jährigen. Große Probleme bestehen der Studie nach aber noch bei der Beschäftigung der über 60-jährigen und der gering qualifizierten Älteren.

ddp