Arbeitslosigkeit bleibt der häufigste Grund für die Überschuldung von Privatpersonen. 2009 standen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 28 Prozent der von Schuldnerberatungsstellen betreuten Personen in der Kreide.
Arbeitslosigkeit häufigster Grund für Überschuldung
Im Vorjahr war der Wert in etwa gleich hoch. Allerdings fiel die Höhe der Schulden 2009 mit 35.000 Euro pro Schuldner geringer aus als 2008 mit 36.000 Euro.
Der Jahresvergleich ist den Statistikern zufolge jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da die Schuldner ihre Einverständniserklärung zur Auswertung ihrer Daten abgeben müssen. So nahmen an der aktuellen Befragung 236 der insgesamt rund 950 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland mit den anonymisierten Daten von rund 74.400 Schuldnern teil. Bei der vorhergehenden Befragung waren es 214 Beratungsstellen mit den Daten von 66.500 beratenen Personen.
Weitere Auslöser für eine Überschuldung waren Trennung, Scheidung sowie Tod des Partners oder der Partnerin mit zusammen 14 Prozent, Erkrankung oder Sucht mit elf Prozent, eine unwirtschaftliche Haushaltsführung mit zehn Prozent sowie gescheiterte Selbstständigkeit mit neun Prozent.
Besonders allein lebende Männer steckten den Angaben nach häufig in einer finanziellen Krise. Sie machten etwa 27 Prozent aller beratenen Personen aus, während der Anteil der allein lebenden Männer insgesamt an allen Haushalten nur bei 18 Prozent lag.
Bei 55 Prozent der überschuldeten Personen lag das monatliche Nettoeinkommen 2009 unter 900 Euro und damit unter der Pfändungsfreigrenze, die derzeit 990 Euro beträgt. Bei alleinstehenden Frauen und Männern mussten sogar 70 Prozent der überschuldeten Personen mit einem Nettoeinkommen unter 900 Euro auskommen. Nur rund drei Prozent aller überschuldeten Personen hatten den Statistikern zufolge Einkünfte von mehr als 2.000 Euro pro Monat.
dapd