Statistik der AOK Arbeitsausfall: Lange Fehlzeiten werden zum Problem

Zwar sind Atemwegserkrankungen der häufigste Grund für eine Krankschreibung. Doch oft sind sie auch schnell vorüber – und die Betroffenen wieder einsatzfähig. Für längere Fehlzeiten sorgen andere Erkrankungen. Welche das sind und wie stark sie zugenommen haben, zeigen neue Zahlen der AOK.

Fehlzeiten
Die meisten Arbeitsunfähigkeitstage wurden 2024 durch Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht, die häufig mit längeren Ausfallzeiten verbunden waren. - © Wasan - stock.adobe.com

Zahlen zu den Krankenständen – und oftmals neuen Rekordwerten – sorgen immer wieder für Diskussionen. Gerade jetzt zur noch Erkältungssaison kommt es schnell dazu, dass Arbeitnehmer wegen Schnupfen, Husten und Fieber ausfallen. Meist sind es jedoch nur einzelne Tage, die dann zu Krankschreibungen führen. Eine neue Statistik der Krankenkasse AOK zeigt, dass Atemwegserkrankungen zwar der häufigste Grund für die Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Jahr 2024 waren. Damit waren sie auch für mehr als ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitsfälle verantwortlich. Doch zugleich verursachten sie mit 5,9 Fehltagen pro Fall die kürzesten Ausfallzeiten.

Langzeiterkrankungen sorgen für Fehlzeiten

In einer Analyse zeigt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) nun, welche Erkrankungen für deutlich mehr Fehlzeiten sorgen bzw. längere Ausfallzeiten zu Folge haben. Demnach werden sie für Arbeitgeber auch häufiger zu einem Problem. Im vergangenen Jahr entfielen 60 Prozent auf Erkrankungen, die länger als zwei Wochen andauerten. Knapp 40 Prozent aller Fehltage auf Langzeiterkrankungen – und das, obwohl sie nur 3,3 Prozent der Krankmeldungen ausmachten. Von Langzeiterkrankungen spricht man dann, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen andauert.

Es sind vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Erkrankungen, die mit langwierigen Arbeitsausfällen einhergehen. 2024 wurden die meisten Arbeitsunfähigkeitstage durch Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. Sie machen 19,8 Prozent der Fehltage aus. Psychische Erkrankungen folgen in der Statistik mit 12,5 Prozent der Fehltage. Die AOK plädiert deshalb für deutlich mehr Prävention. Es werde deutlich, dass langfristige Krankmeldungen einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtausfallzeiten in den Betrieben haben, kommentiert Helmut Schröder, der Geschäftsführer des WIdO, die Zahlen. "Diese Fälle sollten daher im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung besonders in den Fokus genommen werden", rät er.

Sechs Krankheitsgruppen bestimmen über Fehlzeiten

Insgesamt sind die krankheitsbedingten Ausfallzeiten des Jahres 2024 im Vergleich zu den Vorjahren leicht gesunken. Doch sie liegen nach Angaben der AOK weiterhin auf hohem Niveau. Die Zahlen zum Krankenstand der AOK-versicherten Beschäftigten zeigen für 2024, dass jeder Erkrankte im Schnitt 2,3 AU-Bescheinigungen bekam und krankheitsbedingt 23,9 Tage bei der Arbeit fehlte.

Dabei sind die Ausfalltage im Wesentlichen von sechs großen Krankheitsgruppen bestimmt: Muskel-Skelett-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Verletzungen, psychische Störungen und Verhaltensstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Erkrankungen der Verdauungsorgane. Die Verteilung und vor allem die Dauer der Erkrankungen sind allerdings sehr unterschiedlich verteilt. jtw

>>> Details dazu lassen sind unter wido.de nachlesen.