Das bewirken die Steueränderungen Arbeitnehmer haben 2024 wieder mehr Geld im Portemonnaie

Laut einer Berechnung von Datev können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Jahr wieder über mehr Nettogehalt auf ihrer Gehaltsabrechnung freuen. Der Grund dafür sind eine Reihe von Steuerentlastungen. Wie hoch das Plus im Durchschnitt ausfällt.

Das Portmonnaie vieler Arbeitnehmer dürfte sich einer Berechnung der Datev zufolge in diesem Jahr wieder mehr füllen. - © Mikhail Ognev - stock.adobe.com

Inflation, Energieknappheit, steigende Preise: Im letzten Jahr hatten viele Krisen negative Auswirkungen auf das Portemonnaie der Deutschen. 2024 aber könnte sich das einer Berechnung der Datev zufolge ändern. Die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten sich darauf einstellen, dass sie ab Januar höhere Nettosummen auf ihrer Gehaltsabrechnung vorfinden, auch wenn die Entlastung im Schnitt etwas moderater ausfalle als in den Vorjahren. Der Anbieter für Business-Software sieht die Gründe hierfür in einigen Steuerentlastungen.

Diese Steuermaßnahmen haben Auswirkungen auf das Nettogehalt

So wurde zum Beispiel der steuerliche Grundfreibetrag auf 11.604 Euro angehoben. Damit einhergehend ist auch die Grenze für den Spitzensteuersatz von 42 Prozent gestiegen, der ab einem zu versteuernden Einkommen von 66.761 Euro fällig wird. Dämpfend wirke sich laut Datev hingegen die gestiegenen Beitragsbemessungsgrenzen für die Arbeitslosen- und Rentenversicherung beziehungsweise die Kranken- und Pflegeversicherung aus. Hinzu kommt je nach Krankenkasse der Anstieg des individuellen Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wurde um 0,1 Prozentpunkte von 1,6 auf 1,7 Prozent erhöht.

Das bedeuten die steuerlichen Änderungen fürs Portemonnaie

Was die Änderungen konkret für verschiedene Gehaltsstufen bedeuten, hat die Datev für Singles (Steuerklasse I), verheiratet und kinderlos (Steuerklasse III), verheiratet mit zwei Kindern (Steuerklasse III) und alleinerziehend mit einem Kind (Steuerklasse II) berechnet. Mit der Software des IT-Dienstleisters werden jeden Monat die Lohn- und Gehaltsabrechnungen von rund 14 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland erstellt.

  • Bei durchschnittlich Verdienenden mit einem Bruttogehalt von 3.500 Euro spüren Verheiratete mehr von der Entlastung als Alleinstehende. So kann sich ein Verheirateter mit zwei Kindern in dieser Gehaltsklasse über ein jährliches Plus von 315 Euro freuen, ein kinderloser Verheirateter über 273 Euro. Dem Single bleiben 196 Euro mehr übrig als 2023 und einem alleinerziehenden Elternteil 203 Euro.
  • Bei einem Gehalt von 7.000 Euro brutto verhält es sich umgekehrt: Hier haben der Single 563 Euro und der oder die Alleinerziehende über das Jahr 442 Euro mehr auf dem Konto, während der Nettoverdienst bei der verheirateten Person um 299 Euro bei Kinderlosen und mit zwei Kindern um 364 Euro steigt.
  • Keinen Vorteil von der Steuerentlastung spüren Verheiratete, die mit einem Bruttogehalt von 2.000 Euro gerade noch im Midijob-Bereich liegen. Ihre Abgaben steigen aufgrund der Anhebungen bei einzelnen Sozialversicherungsbeiträgen sogar leicht um 33 Euro (mit zwei Kindern) beziehungsweise 63 Euro (kinderlos) im Jahr.

Einige Steueränderungen sind noch nicht umgesetzt

Die Berechnungen bilden laut Datev den aktuellen Stand der Gesetzgebung ab. Änderungen könnten sich noch ergeben, da weitere Gesetze in Planung sind, die Auswirkung auf die Netto-Berechnung haben. Beispielsweise steht noch eine voraussichtliche Erhöhung des Kinderfreibetrags (für beide Elternteile) um 588 Euro auf 6.612 Euro im Raum. ew